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Name:15/6008  
Art:Beschlussvorlage  
Datum:20.03.2019  
Betreff:Katzenschutzverordnung
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: Katzenschutzverordnung_Remscheid Dateigrösse: 31 KB Katzenschutzverordnung_Remscheid 31 KB

Beschlussvorschlag

Der Erlass der Katzenschutzverordnung der Stadt Remscheid wird beschlossen.

 

 


Klima-Check

keine Klimarelevanz

 

Begründung

Im Stadtgebiet Remscheid hat die Anzahl an herrenlosen Katzen in den letzten Jahren stark zugenommen. Nach Expertenaussagen existieren, fast über das gesamte Stadtgebiet verteilt, verschiedenste Ansammlungen von Katzenpopulationen. Diese werden zum Teil durch Futterstellen von unbekannten Personen erst ermöglicht. Besondere Schwerpunkte liegen dabei in den Stadtteilen Honsberg, Hackenberg, Henkelshof und Baisiepen.

 

Viele dieser verwildert lebenden Hauskatzen sind verwahrlost, unterernährt, krank durch Katzenschnupfen, Katzenseuche (Panleukopenie), Tollwut, Ohrmilben und haben zudem Flöhe, Würmer und andere Parasiten.

Katzen können zweimal jährlich jeweils vier bis sechs Junge bekommen. Manche werden in Tierheimen abgegeben, die zumeist bereits überfüllt sind. Auch werden unerwünschte Katzenjungen einfach ausgesetzt und damit de facto ausgewildert. Im Falle des Überlebens sind diese bereits nach sechs Monaten wiederum geschlechtsreif und vermehren sich, was wilde Katzenkolonien mit den bekannten schlechten Folgen für die Tiere wie die oben benannten Krankheiten nach sich zieht.

 

Nach fachlicher Einschätzung kann eine zu große Population wild lebender, unkastrierter Katzen aber auch eine Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellen. Verwilderte Katzen können mit Erregern verschiedenster Krankheiten wie der Toxoplasmose, Salmonellen, Campylobacter enteritis (Dünndarmerkrankung) und Haken-, Spul- oder Bandwürmern infiziert sein, welche über ihre an öffentlichen Plätzen hinterlassenen Ausscheidungen auf den Menschen übertragen werden können. Diese Krankheitserreger können prinzipiell auch durch Kontakt mit frei laufenden Hauskatzen in Haushalte hineingetragen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Infizierung erhöht sich dadurch, wenn sich verwilderte Katzen bei einem sehr hohen Populationsdruck und bei vermindertem Futterangebot immer mehr menschlichen Aufenthaltsplätzen wie Erholungsflächen, Schulhöfen und Spielplätzen nähern, um dort an Lebensmittelabfälle zu gelangen.

Besondere Gefahren bestehen dabei für schwangere Frauen, bei welchen es durch die Infektion mit Toxoplasmoseerregern zu Erkrankungen des Ungeborenen bis hin zu Fehl- und Totgeburten kommen kann.

 

Die Stadt Remscheid als Ordnungsbehörde hat gemäß § 1  des Gesetzes über Aufbau und Befugnisse der Ordnungsbehörden  (OBG) die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwehren. Zu den Handlungsinstrumenten der Ordnungsbehörden zählt u.a. auch das Verordnungsrecht nach §§ 27ff. OBG

 

Mit der Katzenschutzverordnung kann ein Zuwachs der freilebenden Katzen verhindert und damit eine Ausbreitung der vorgenannten Krankheiten eingedämmt werden.

 

Durch die Kastration wird der Katzennachwuchs vermieden. Gleichzeitig sind kastrierte Kater weniger häufig in Revierkämpfe involviert, was dem Lärm entgegenwirkt, das Verletzungsrisiko und damit auch die Übertragung von Infektionskrankheiten mindert. Darüber hinaus streunen kastrierte Tiere deutlich weniger umher, was die Gefahr von Verkehrsunfällen senkt.

 

Die Kennzeichnung und Registrierung der Tiere ermöglichen zudem die Identifizierung der Katzen und die Ermittlung des Halters, was auch die Heimführung von unfreiwillig entlaufenen Tieren erleichtert.

 

Durch die Katzenschutzverordnung kann die Stadt Remscheid oder ein von ihr Beauftragter erforderliche Maßnahmen und Anordnungen zum Schutz der Tiere rechtssicher durchsetzen.

Zudem werden Katzenhalter verstärkt in die mit der Haltung eines Tieres verbundenen Pflichten eingebunden und es besteht die Möglichkeit die bislang der Allgemeinheit entstandenen Kosten für Kastration und medizinische Pflege (Impfung, Entwurmung etc.) den Verursachern aufzuerlegen.

Darüber hinaus wird zudem die Position der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gestärkt, da ihr Handeln auf eine rechtliche Basis gestellt wird. Aktuell sehen sich viele der Helfer Anfeindungen bis hin zu Bedrohungen durch vermeintliche Tierliebhaber ausgesetzt.

 

Zur Klarstellung ist darauf hinzuweisen, dass die Ordnungsbehörde Remscheid aus personellen und faktischen Gründen keine aktive Kontrolle dieser Katzenschutzverordnung wird durchführen können. Sie ist als Appellfunktion für Katzenhalter zu sehen.

 

 

Die Katzenschutzverordnung ist in der Anlage beigefügt.

 

 

 

 

 

In Vertretung

 

 

Reul-Nocke

Beigeordnete

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

 

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister