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Name:16/1501  
Aktenzeichen:4.12.5
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:06.09.2021  
Betreff:Durchstich Intzestraße – Kostenschätzung der alternativen Brücke
 

Klima-Check

Die Mitteilungsvorlage hat keine klimaschädlichen Auswirkungen.

 

Zeit- und Personalkostenaufwand

(Nur für die Beantwortung von Anfragen!)

Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Der Durchstich Intzestraße wird seit Jahren von Verwaltung und Politik fokussiert. Der Durchstich wird die alte Intzebrücke ersetzen und die Verbindungen vereinfachen. Zurzeit ist es für größere Fahrzeuge, wie Busse, nicht möglich konfliktfrei den Knotenpunkt zu durchfahren.

 

Sie sind darauf angewiesen, dass aufmerksame andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. In dieser Zeit erlangen alle anderen Verkehrsströme zum Erliegen. Gerade für die Stadtwerke, welche den Busverkehr betreiben, ist diese Situation nicht tragbar. Zusätzlich sind bei Prüfungen des Brückenbauwerks erste Mängel aufgekommen, welche darauf hinweisen, dass die Brücke nicht dauerhaft den Verkehrsströmen standhalten kann. Dies würde dazu führen, dass die Brücke für den gesamten Verkehr gesperrt werden müsste.

 

Der Durchstich erfordert bauliche Maßnahmen: Es müssen zwei Bauwerke abgerissen werden, sowie eine große Grünfläche mit diversen Bäumen gerodet werden.

 

In schon mehreren Vorlagen wird ein zum Durchstich alternatives Brückenbauwerk genannt. Da zu diesem immer wieder Fragen aufgetaucht sind, explizit danach, warum der Vorschlag verworfen wurden, möchte die Verwaltung diese mit dieser Vorlage Klarheit schaffen.

 

Für eine neue Brücke müssten die bisherigen Brückenbauwerke (Brücke für den Verkehr, aber auch Fußgängerbrücke) abgerissen werden. Ein neues Brückenbauwerk würde jedoch nicht so klein wie das bisherige ausfallen können, da damit die bisherigen Probleme weiter bestehen bleiben würden.

 

Eine neue zur Gleisachse schiefwinkligen Straßenbrücke mit beidseitigen Kappen und

Gehwegen würde vom Intzeplatz in die Intzestraße führen und die Baisieper Straße so anschließen, dass die Schleppkurven für Busse konfliktfrei angesetzt werden können.

 

Das würde bedeuten, dass die Busse leichter den Knotenpunkt passieren können. Dies ist die Mindestvoraussetzung, wie auch schon in den Vorlagen 16/0427 und 16/0956 beschrieben.

 

Fahrzeuge des Umweltverbundes sind nach Auffassung der Verwaltung bei einer Neuplanung eines Brückenbauwerks unabdingbar, um der Bedeutung des ÖPNV nach den Nachhaltigkeitskriterien gebührend Rechnung zu tragen. Hier ist ein Ausschließen von (Gelenk-)Bussen für das Bauwerk nicht denkbar.

 

Die Planungen in diesem Stadium enthalten keinerlei Details z.B. eine Fußgängerführung oder

mögliche neue Bushaltestellen. Hierdurch können sich noch weitere Schwierigkeiten und damit verbundene Kostensteigerungen ergeben.

 

Bei einer solch großen Stützweite der neuen Brücke bietet sich eine Verbundbrücke an, wie sie vor rund 10 Jahren in der Lenneper Straße (zwischen Hausnummer 85 und 87) ebenfalls diagonal über die Gleisanlagen neu errichtet wurde.

In der bisher bestehenden Brücke liegen sehr viele Versorgungsleitungen, wie Gas, Wasser und Strom, weshalb mit umfangreichen Verlegungsarbeiten der Versorger zu rechnen ist.

Die auf der alten Brücke liegenden Leitungen müssen für den Bau mittels Provisorium über die Gleise an einer anderen Stelle außerhalb des Baufeldes verlegt werden. Ein solches Provisorium könnte aufgrund der Leitungslage aus Sicherheitsgründen nicht für einen Fußgängerverkehr freigegeben werden. Es wird eine große Schneise über den Gleisen erforderlich sein, die bautechnisch und bewuchsfrei zu planen und herzustellen ist. Bei der zu überbrückenden Entfernung von Böschung zu Böschung wird es nur mit einer aufwändigen Stützkonstruktion im Böschungs- und Gleisbereich möglich sein dieses Problem zu lösen.

 

Für die reine bauliche Abwicklung der eigentlichen Brücke entstehen ergänzende Schwierigkeiten, auf die auch nur kurz an dieser Stelle eingegangen werden kann:

 

Aufgrund der Nähe der Brückenwiderlager im Bereich Intzestraße wäre eine Vorbeifahrt für den Fahrzeugverkehr während der Bauphase nicht möglich. Das würde bedeuten, dass die Strucker Straße in beiden Richtungen vorab für den Begegnungsverkehr ausgebaut werden müsste. Die weitere Umleitungsstrecke verläuft durch das Viertel Oststraße, Joachimstraße und Breslauer Straße. Auch hier müssten gegebenfalls vorab Änderungen am Straßenraum vorgenommen werden, um den Zweirichtungsverkehr zu ermöglich. Hierzu zählen jedoch in jedem Fall ein Wegfall nahezu aller Parkmöglichkeiten, was während der Bauphase zu weitreichenden Parkplatzproblemen führen würde.

 

Auf der Seite des Intzeplatzes ist gleichfalls durch die neu zu konstruierenden Brückenwiderlager eine Vorbeifahrt nicht möglich. Zusätzlich müsste hier eine Ferngasleitung verlegt werden, wofür tiefe Ausschachtungen notwendig sind.

Der Intzeplatz müsste vollständig gesperrt werden, damit dieser als Baustelleneinrichtungsfläche zur Verfügung stehen kann.

 

Für die Buslinien ergeben sich aus einer solchen Verkehrsführung weitere Probleme, die zu diesem Planungsstand nicht abschließend beschrieben werden können. Es kann allerdings von einer großräumigen Umstrukturierung des ÖPNVs in diesem Bereich ausgegangen werden.

 

Für die Entwurfsplanungen, Untersuchungen, Abstimmungs- und Vertragsgestaltung mit

Versorgern und der Deutschen Bahn kann von einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren ausgegangen werden. 

Die Bauzeit würde schätzungsweise bei 24 Monaten liegen.

 

Die Kostenschätzung der TBR schließt mit einer Summe von 9.924.800 € brutto ab. In dieser Summe sind jedoch noch kein Planungskosten (Statik, Prüfstatik, Bauüberwacher etc.), Begleitkosten durch die TBR oder gar eventuelle Unwägbarkeiten enthalten.

 

Eine Fördermöglichkeit, wie für den Durchstich Intzestraße, über das GVFG-Programm wird als unrealistisch eingestuft, da die Bedingungen für diese Förderung nicht erfüllt werden.

 

Der Durchstich Intzestraße verursacht, laut der aktuellen Kostenberechnung, Baukosten in Höhe von 3.722.000 € brutto. Hier sind, aufgrund der Vergleichbarkeit, auch Planungskosten und Begleitkosten rausgerechnet.

 

Wie mehrfach in der BV2 dargelegt besteht für den Durchstich Intzestraße eine Fördermöglichkeit. Hier wurde am 31.05.2021 der Förderantrag bei der Bezirksregierung abgegeben. Mit einem positiven Förderbescheid kann nach Abschluss der Bauleitplanverfahren gerechnet werden und von einer Förderung von rund 65 % der anrechenbaren Baukosten ausgegangen werden. In Summe senkt dies den Eigenanteil der Stadt Remscheid auf ca. 1.302.700 € brutto reiner Baukosten.

 

Aufgrund dieses enormen Kostenunterschiedes hat die Verwaltung vor Jahren den Durchstich Intzestraße fokussiert.

 

Eine planerische Änderung ist nach Ansicht der Verwaltung unökonomisch und äußerst zeitaufwendig. Zudem würde sich das Risiko einer Brückenstilllegung der bestehenden Brücke durch den Zeitfaktor erheblich steigern, da diese aktuell schon am Ende ihrer prognostizieren „Lebensdauer“ befindet.

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

Die Mitteilungsvorlage hat keine Auswirkungen auf die Kosten.

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


In Vertretung

 

 

 

Heinze

Beigeordneter

 

 

 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister