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Name:14/2793  
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:17.01.2013  
Betreff:Strategische Ausrichtung des Ausbaus der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren - Aktualisierung auf der Basis der Bevölkerungsvorausberechnung
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: Anlage 1_Datenfortschreibung Bevölkerungsvorausberechnung Dateigrösse: 128 KB Anlage 1_Datenfortschreibung Bevölkerungsvorausberechnung 128 KB
Dokument anzeigen: Anlage 2_Ausbauziele U3 Bevölkerungsvorausberechnung Dateigrösse: 269 KB Anlage 2_Ausbauziele U3 Bevölkerungsvorausberechnung 269 KB
Dokument anzeigen: Anlage 3 Übersicht gesamt bis 2020 21 Dateigrösse: 26 KB Anlage 3 Übersicht gesamt bis 2020 21 26 KB

Mitteilung der Verwaltung

 

Mit den nachfolgenden Erläuterungen informiert die Verwaltung über die beabsichtigte grundsätzliche strategische Ausrichtung der Ausbauplanung von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren, aktualisiert auf der Basis der Bevölkerungsvorausberechnung der Statistikstelle der Stadt Remscheid..

 

 

1. Gesetzliche Grundlagen

 

Entsprechend dem gesetzlichen Auftrag zum Ausbau eines bedarfsgerechten Angebotes an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (gemäß § 24 Sozialgesetzbuch VIII – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) – Fassung bis zum 31. Juli 2013 i.V.m. § 24a SGB VIII) und zur Vorbereitung der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf Förderung in Kindertageseinrichtungen und in Kindertagespflege für Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres (gemäß § 24 SGB VIII – Fassung ab dem 01. August 2013) wird in Remscheid unter frühzeitiger und partnerschaftlicher Beteiligung der anerkannten Träger der freien Jugendhilfe die Ausbauplanung U3 zielorientiert geplant und umgesetzt.

 

Die Ausführungsbestimmungen zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrages des SGB VIII in Nordrhein-Westfalen werden durch das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern – Kinderbildungsgesetz KiBiz, 4. Ausführungsgesetz zum SGB VIII und das Erste Gesetz zur Änderung des Kinderbildungsgesetzes und zur Änderung des Ersten Gesetzes zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes – Erstes KiBiz-Änderungsgesetz geregelt.

 

 

 

2. Bisherige örtliche Ausbauplanung

 

Mit der Drucksache 14/2033 "Strategische Ausrichtung des Ausbaus an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren" wurden im Juni 2012 die politischen Gremien (Jugendhilfeausschuss, Haupt- und Finanzausschuss, Rat) über die Planungsstrategie in diesem Bereich umfassend informiert. Da zu diesem Zeitpunkt keine verlässliche Bevölkerungsprognose für die zukünftige Betrachtung vorlag, fand diese Ausrichtung auf der Basis aktuell vorhandener Bevölkerungszahlen und einer vereinfachten Fortschreibung der Daten statt.

 

 

Die in der Drucksache 14/2033 aufgezeigten Aspekte, die den Planungsprozess der zukünftigen Betreuungsangebote beeinflussen, sind auch weiterhin zu berücksichtigen.

Insbesondere aber die Studien und Befragungsergebnisse, die aufzeigen, dass die bisher bundes- und landesweit angestrebten Versorgungsquoten deutlich zu gering bemessen sind, um den Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten Lebensjahr erfüllen zu können, sind auf der örtlichen Ebene zu überprüfen und im weiteren Planungsprozess aufzugreifen.

 

In Remscheid zeigen die Ergebnisse der durchgeführten Bedarfsumfrage bei Remscheider Eltern von Kindern unter drei Jahren (siehe Drucksache 14/1585 "Bericht über den Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei  Jahren - Ergebniss der Elternbefragung"), dass  der aktuelle Bedarf bei einer Bedarfsquote von 38,5% der Jahrgänge unter drei Jahren liegt. Das Betreuungsangebot in diesem Umfang entspräche dem Elternwillen, wenn ca. 80 % der notwendigen Plätze in Kindertageseinrichtungen und ca. 20 % in Kindertagespflege zur Verfügung gestellt würden.

 

 

3. Aktualisierung der strategischen Ausrichtung des U3-Ausbaus auf der Basis der Bevölkerungsvorausberechnung 2011 - 2030

 

Seit Ende 2012 existiert eine "Bevölkerungsvorausberechnung der Remscheider Bevölkerung 2011 bis 2030", die es ermöglicht, eine Aktualisierung der strategischen Planung durchzuführen und eine voraussichtliche Erreichung der notwendigen Betreuungsquote zu ermitteln. (siehe Anlagen 1 und 2)

 

Die Neuberechnung auf der Basis der vorliegenden Daten unter Beibehaltung des Planungsverfahrens ergibt auf Grund der geringer prognostizierten Geburten in den kommenden Jahren insgesamt eine bessere Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren und eine voraussichtliche Erreichung einer ermittelten Betreuungsquote von 38,5% der Kinder unter drei Jahren zum Kindergartenjahr 2020/21.

 

Unter Berücksichtigung dieser Datenlage und der Realisierungszeiten von Einzelmaßnahmen des U3-Ausbaus zielt die neue strategische Ausrichtung deshalb nunmehr auf das Jahr 2020. Die zu erreichende Betreuungsquote von 38,5 % erfordert die Bereitstellung von

o   710 Plätzen für Kinder unter drei Jahren  in Kindertageseinrichtungen

o   190 Plätzen für Kinder unter drei Jahren in Kindertagespflege, davon ein Großteil in Großtagespflegestellen.

 

Mit den nachfolgend benannten bisher geplanten Umsetzungsmaßnahmen könnte dieses Ziel erreicht werden:

  • Erhalt aller bestehenden Einrichtungen bis 2020.

o             Finanzierung und Umsetzung der baulichen Planungen für die Kindertageseinrichtungen Ev. KTE Ringstraße, Ev. KTE Hans-Böckler-Str., Kath. KTE St. Suitbertus, DRK-KTE Regenbogenland Alleestr., KTE Otto-Pfeiffer-Haus des IKE e.V., E. Freikirchl. KTE Windvogel

o             Ersatz für die Städt. KTE Eberhardstraße durch Neubau in bedarfsgerechter Größe, da diese im Gebäudebestand nicht zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann.

o             Ersatz für die  Städtische KTE Paulstraße durch Neubau in bedarfsgerechter Größe, da diese im Gebäudebestand nicht zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann.

o             Nutzung der überhängigen Plätze für Kinder von 3-6 Jahren in Anwendung der Belegungsmöglichkeit von 6 Kindern unter drei Jahren im Gruppentyp 1 (bisher gültige KiBiz-Regelung).

(siehe Anlage 3)

 

 

4. Überprüfung und Aktualisierung

Durch den erheblichen Einfluss von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, arbeits-, familien- und sozialrechtliche Entwicklungen und gesetzliche Neuregelungen sowie demografischen Entwicklungen und Geburtenzahlen auf die Bedarfssituation von Betreuungsangeboten für Kinder ist es erforderlich, den tatsächlichen Bedarf an Betreuungsangeboten für Kinder regelmäßig bei den Remscheider Familien zu erheben und den erreichten Ausbaustand und die Bedarfsplanung insgesamt jährlich anhand der aktuellen Bevölkerungszahlen zu überprüfen und zu aktualisieren.

 

 

 

In Vertretung

 

 

Mast-Weisz

Stadtdirektor

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

Siehe Bildungsinvestitionsplanung

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Wilding

Oberbürgermeisterin

 

Anlagen