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Name:14/3199  
Aktenzeichen:40.19.15
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:24.04.2013  
Betreff:PRIMUS - Schulversuch zum längeren gemeinsamen Lernen
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

1. Ausgangssituation:

 

In der Sitzungen des Ausschusses für Schule und Sport am 31.01.2013 wurde mit der DS 14/2836 ein Antrag der Fraktion „Die Linken“ zum Modellversuch der Landesregierung „Schule von Klasse 1-13“ eingebracht. Gemäß Beschluss, soll die Verwaltung den Ausschuss für Schule und Sport in einer der nächsten Sitzungen umfassend über den Modellversuch sowie über die Möglichkeiten einer Realisierung in Remscheid informieren.

 

 

2. Information zum Schulversuch PRIMUS:

 

Was ist eine PRIMUS-Schule?

Es handelt sich um eine Schule eigener Schulform der Primarstufe und der Sekundarstufe I im Schulversuch. Die PRIMUS-Schule wird in der Regel im Ganztag geführt, ab Klasse 5 in Form des gebundenen Ganztags. In den Schulen im Schulversuch wird von Klasse 1 bis 10 in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen ohne Schulwechsel gelernt. Der Unterricht wird in allen Klassen ohne äußere Leistungsdifferenzierung integriert in heterogen zusammengesetzten Lerngruppen erteilt. Die PRIMUS-Schulen entwickeln inklusive, zukunftsweisende Unterrichtskonzepte sowie alternative Formen der Leistungsbewertung. Auf die Erteilung von Ziffernnoten kann bis einschließlich Klasse 8 verzichtet werden.

Die Schülerinnen und Schüler verbleiben im Klassenverband von der Klasse 1 bis 10.

 

Wer kann sich beteiligen?

Grundschulen und Schulen mit Sekundarstufe I. Beteiligen können sich ebenfalls Gymnasien und Gesamtschulen. In diesem Fall ist die gymnasiale Oberstufe nicht Teil des Schulversuchs.

 

Welche Abschlüsse werden erreicht?

Die Schulen im Schulversuch vergeben alle in der Sekundarstufe I erreichbaren Schulabschlüsse einschließlich der Fachoberschulreife mit der Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Wenn die Schule über keine eigene Oberstufe verfügt, wird ebenso wie in der Sekundarschule durch eine Kooperationsvereinbarung mit der gymnasialen Oberstufe mindestens einer anderen Schule sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler bei entsprechender Qualifikation dort die allgemeine Hochschulreife erwerben

können.

 

Welchen Mehrwert für Schülerinnen und Schüler ermöglicht die neue Schulform?

Längeres gemeinsames Lernen wird in der Praxis umgesetzt. Lehrkräfte der verschiedenen Schulformen entwickeln gemeinsam ein schulstufenübergreifendes Lehr- und Lernkonzept, was den Kern der pädagogischen Arbeit darstellt. Neben einer engen Verzahnung von Primar- und Sekundarbereich ist auch eine enge Kooperation mit dem Elementarbereich wichtig, um so die Kinder in ihrer Entwicklung konstant zu begleiten. So werden die im Elementar- und Primarbereich entwickelten Kompetenzen in den nachfolgenden Jahrgängen durch anschlussfähige Lernarrangements ohne größere Brüche weiter ausgebaut, wodurch den Schülerinnen und Schülern kumulativer Kompetenzerwerb ermöglicht wird. Zudem ist es Ziel der PRIMUS-Schule, durch individualisierte Unterrichtskonzepte und Maßnahmen der inneren Differenzierung auf das Leistungsvermögen jedes Einzelnen einzugehen. Die Schülerinnen und Schüler der PRIMUS-Schule gehen ohne Versetzung in die Klassen 2 bis 9 über.

Dies entspricht in besonderem Maße dem Grundgedanken jeder PRIMUS-Schule das einzelne Kind entsprechend seiner persönlichen Neigungen und Fähigkeiten individuell zu fördern. Dadurch und durch das längere gemeinsame Lernen werden neue Chancen eröffnet und das Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler erhöht. Im Ergebnis wird auf diese Weise das Selbstvertrauen und die soziale Kompetenz gestärkt. Förder- und Forderkonzepte, die weiterentwickelt und fortgeführt werden, garantieren so kontinuierliche Bildungsbiographien.


(Pädagogische Leitidee aus „Gemeinsam von 1 -10“, Ein Leitfaden für Schulen und Kommunen, die sich am Schulversuch PRIMUS beteiligen wollen)

 

Wie groß ist die PRIMUS-Schule?

Die Schule soll in der Regel mindestens über drei Züge á 25 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang verfügen; ausnahmsweise können auch Schulen mit zwei Zügen pro Jahrgang errichtet werden, insbesondere dann, wenn nur so das letzte weiterführende Schulangebot

einer Gemeinde gesichert wird.

 

Kann die PRIMUS-Schule auch mit Teilstandorten geführt werden?

Es können Teilstandorte gebildet werden. Demnach ist eine Aufteilung auf mehrere

Standorte nach Jahrgängen (horizontale Teilung) oder nach Zügen (vertikale Teilung) möglich. Bei vertikaler Teilung muss jeder Teilstandort mindestens zweizügig sein. Eine horizontale Aufteilung nach Schulstufen (Klassen 1 - 4 und 5 - 10) soll möglichst vermieden werden und bedarf einer besonderen pädagogischen Begründung.

Folgende Teilstandorte sind möglich:

 

 

 

 

 

 

 

Schaubild von Seite 11 aus

„Gemeinsam von 1 -10“

 

Ein Leitfaden für Schulen und Kommunen, die sich am Schulversuch PRIMUS beteiligen wollen

 

 

 

 

 

 

 

Zu welchem Zeitpunkt laufen die in den Schulversuch eingebrachten

Schulen aus?

Die Schulform Grundschule läuft spätestens zum Ende des Schuljahres aus, in dem der 4. Jahrgang der Grundschule die Schulzeit beendet. Die Schulformen der Sekundarstufe I laufen spätestens zum Ende des Schuljahres aus, in dem der 10. Jahrgang dieser Schulformen die Schulzeit beendet. Diese Schulen nehmen mit Eintritt in den Schulversuch keine neuen Eingangsklassen mehr auf.

 


Welche zusätzlichen Mittel erhalten die PRIMUS-Schulen?

Als Schulen im Schulversuch erhält jede Modellschule jährlich ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 2.500,- Euro wegen des erhöhten Fortbildungsbedarfs.

Außerdem erhält jede Schule im Schulversuch einen Versuchszuschlag wegen des erhöhten Schulentwicklungsaufwands. Dafür sind Entlastungsstunden im Umfang von 0,5 Stellen pro Schule vorgesehen.

 

Link und Informationsquelle für die Zusammenstellung des Infoblattes durch das Bildungsbüro Remscheid:

 

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Modellprojekte/PRIMUS/index.html

 

 

3. Realisierung des Schulversuchs PRIMUS in Remscheid:

 

Um den Schulversuch PRIMUS in Remscheid umzusetzen, müssten sich jeweils eine Grundschule und eine Schule der Sekundarstufe I bereit erklären gemeinsam am Schulversuch teilzunehmen und eine neue „PRIMUS-Schule“ zu werden.

Beide Schulen würden vollkommen im Schulversuch aufgehen und wären als eigenständige Schulen aufzulösen.

 

 

In Vertretung

 

Mast-Weisz

Stadtdirektor

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt