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Name:15/0200  
Aktenzeichen:2.53.1.
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:18.08.2014  
Betreff:Anfrage der FDP vom 15.08.2014 - Ärztliche Versorgung in Remscheid sichern -
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Ø  Wie schätzt die Verwaltung die Entwicklung der ambulanten medizinischen Versorgung in Remscheid ein?

 

 

Die ambulante medizinische Versorgung in Remscheid ist z.Zt. gesichert. Aufgrund des demographischen Wandels mit einem relativ hohem Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Remscheid und des z.Zt. bestehenden Ärztemangels haben jedoch viele Arztpraxen Probleme, geeignete Nachfolger für die Übernahme ihrer Praxisräume zu finden, so dass einige Arztpraxen geschlossen wurden, ohne dass ein Interessent für die Übernahme gefunden wurde.

 

Darüber hinaus werden  zum Teil freiwerdende Praxissitze von der Kassenärztlichen Vereinigung nicht für eine Übernahme freigegeben.

 

Die weitere Schließung von Praxisstandorten könnte daher langfristig zu Engpässen in der medizinischen Versorgung führen.

Insbesondere können Wartezeiten auf Untersuchungstermine insbesondere im Facharztbereich steigen.

 

 

 

Ø  Können aus Sicht der Verwaltung Anreize für die Niederlassung von Ärzten geschaffen werden, beispielsweise mit Niederlassungsförderungen, der Schaffung von ärztlichen Weiterbildungsverbünden unter Koordination des Gesundheitsamtes oder der Förderung des fachlichen Austauschs?

 

 

Der Arztmangel betrifft viele Regionen in Deutschland und ist regional nur bedingt zu beeinflussen.

Zahlreiche Gesundheitsreformen und  zum Teil schlechte Vergütungsstrukturen haben der Attraktivität der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit geschadet.

 

Hinzu kommen bessere Arbeitsbedingungen in anderen europäischen Ländern ( z. B.  in der Schweiz und in Norwegen), die dazu führen, dass gut ausgebildete Fachärzte abwandern.

 

Das Problem ist daher nur bundesweit zu lösen.

 

Auch die Bezahlung hausärztlicher und fachärztlicher Leistungen spielt  eine große Rolle. Diese ist budgetiert.

Die Verteilung der Mittel liegt in der Zuständigkeit  der Kassenärztlichen Vereinigung.

 

 

Da Remscheid im Wettbewerb mit anderen Städten steht müssen Anreize für die Niederlassung von Ärzten in Remscheid geschaffen werden.

Hierfür sind jedoch dringend finanzielle Mittel erforderlich.

 

 

 

 

Die Stadt Remscheid hat unter Leitung des Fachdienstes Gesundheitswesen  bereits im letzten Jahr eine Arbeitsgruppe gegründet, um sich mit dem Problem zu beschäftigen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und ggf. Maßnahmen einzuleiten, um junge Nachwuchsmediziner für die Arbeit in Remscheid zu gewinnen.

 

Das betrifft sowohl Tätigkeiten im Krankenhausbereich, dem Gesundheitsamt und im Bereich der Arztpraxen.

 

Ein Weiterbildungsverbund Remscheid wurde bereits im letzten Jahr durch die Ärztekammer, Kreisstelle Remscheid, gegründet. Hier sind mehrere Arztpraxen und die Remscheider Krankenhäuser beteiligt.

 

 

Ø  Gibt es aus Sicht der Verwaltung weitere Maßnahmen gegen die prognostizierten Defizite in der (haus)ärztlichen Versorgung, die ggf. in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren umgesetzt werden können?

 

Die Hauptverantwortung liegt im Bereich  der Kassenärztlichen Vereinigung, die einen Sicherstellungsauftrag hat. Eine Beteiligung der Gesundheitsämter findet in diesem Bereich bisher nicht statt.

Das Gesamtproblem des Arztmangels ist nur bundespolitisch zu lösen.

 

Um eine Verbesserung der Situation in Remscheid zu erzielen werden weitergehende Maßnahmen  in der eingerichteten Arbeitsgruppe besprochen und erarbeitet.

 

 

 

Ø  Sind aus dem Dialog mit Akteuren aus der Ärzteschaft bereits Ergebnisse hervorgegangen mit dem Ziel, fachliche Kräfte zu bündeln und Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel zu entwickeln?

 

Erste Arbeitsergebnisse liegen vor. Da Remscheid mit anderen Regionen und Kommunen im Wettbewerb steht, werden dringend finanzielle Mittel benötigt, um effektive Maßnahmen zu generieren.

 

Das Problem der Bekämpfung des Ärztemangels ist bundesweit akut und kann nur durch effektive Maßnahmen aller beteiligten Institutionen wirksam bekämpft werden.

 

Hierbei sind alle Institutionen zu beteiligen. Die Federführung liegt bei der Kassenärztlichen Vereinigung, die für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung verantwortlich ist und die Rahmenbedingen hinsichtlich der Finanzierung und die Steuerung der Zahl der Kassensitze festlegt.

 

 


 

 

 

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister