BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:15/0362  
Aktenzeichen:40 OGS Q
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:01.10.2014  
Betreff:Offene Ganztagsschulen im Primarbereich: Auswertung der Sachberichte über außerunterrichtliche Angebote im Schuljahr 2012/2013
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

 

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen:

 

Ergebnisse der Auswertungen der Sachberichte „Offene Ganztagsgrundschule“ für das Schuljahr 2012/2013

 

Im Jahr 2011 wurden die Kooperationsverträge OGS und die „Remscheider Qualitätsstandards der Offenen Ganztagsgrundschule“ in einem gemeinsamen Verfahren mit allen Beteiligten modifiziert und mit verabschiedet und politisch legitimiert.

Im Rahmen der jährlich zu erstellenden Verwendungsnachweise, wird im darin enthaltenen Sachbericht jeder OGS die pädagogische Praxis dargestellt und in dieser Form die Umsetzung der Remscheider Qualitätsstandards abgebildet. Dieser Sachbericht wird jeweils in gemeinsamer Verantwortung des jeweiligen Trägers und der Schule erstellt.

Die nachfolgende Zusammenfassung ist die Bündelung aller Qualitätsberichte und stellt in umfangreicher Form die OGS- Arbeit im Schuljahr 2012/ 2013 in Remscheid dar.

Die Ergebnisse wurden zunächst im „Treffen der Maßnahmeträger OGS“ und im „Qualitätszirkel OGS“ präsentiert und diskutiert. Die Schulen und OGS-Träger haben das Ergebnis der Auswertung als individuelle Rückmeldung erhalten.

 

  1. Kinderzahlen

 

Im Schuljahr 2012/ 2013 wurden insgesamt 2.253 Kinder in OGS betreut. Dies waren insgesamt 14 mehr als im Schuljahr davor. Davon besuchten 627 Kinder die erste Klasse, 647 Kinder die 2. Klasse, 532 Kinder die Klasse 3 und 447 Kinder die 4. Klasse.

 

Der prozentuale Anteil der OGS Schülerinnen und Schüler, lag im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl im Primarbereich bei 54 %. Auch wenn bei der Gesamtzahl der OGS Kinder die Veränderung relativ gering war, so stieg der prozentuale Anteil in Relation zur Gesamtschülerzahl weiter an.

Insgesamt betrachtet war der prozentuale Anteil von Kindern an Förderschulen, welche die OGS besuchten (Ø 39 %) geringer als an Grundschulen (Ø 54,8 %). Die Quote an Grundschulen reichte von 35 % (OGS Daniel Schürmann) bis zu 82 % (OGS Struck)

 

Der Anteil der Jungen lag bei 51 % und der Anteil der Mädchen bei 49 %. Insgesamt wiesen 47 % der Kinder einen Migrationshintergrund auf.

 

Insgesamt besuchten 156 Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf die OGS. Davon entfielen 42 % der Kinder auf die OGS in Förderschulen, die anderen 58 % wurden in den OGS der Grundschulen betreut.  Der im Schuljahr weiter festzustellende Zuwachs von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf [1] ging ausschließlich auf die weiter zunehmende Anzahl in Grundschulen mit GU zurück. Der Anteil der Schüler in Förderschulen war im Schuljahr 2012/ 13 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Ein Drittel dieser Kinder besuchte die Klassen 5 und 6.

41 Kindern konnte wegen Kapazitätsauslastung kein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden. Einige Eltern orientierten sich auf das Betreuungsangebot“ 8-13 Uhr“ um. In welcher Anzahl von Fällen das vorkam, wird aus den Sachberichten nicht deutlich.

  1. Qualitätsstandard „Verknüpfung zw. schulischem und außerschulischem Lernen“

 

Die OGS nahm an folgenden Gremien/ Gesprächskreisen teil:

a)            Lehrerkonferenzen

b)           Konzeptionsgespräche

c)            Entwicklungsgesprächen über Kinder sowie

Gemeinsam geführte Elterngespräche

d)           Gemeinsame Fortbildungen  (OGS/ Schule)  (bis auf in 2 OGS)

e)           Der pädagogische Tag wurde in 12 Schulen gemeinsam mit der OGS durchgeführt.

 

Die Durchführung gemeinsamer Fortbildungen und insbesondere pädagogischer Tage ist nur mit großem Aufwand zu realisieren, da die Betreuung der Kinder sichergestellt werden muss und die zeitlichen Ressourcen dafür oftmals nicht ausreichend sind.

 

Die Berechnung der Lehrerstunden erfolgt jährlich im Rahmen der Betriebskostenermittlung/-beantragung auf der Grundlage der von der Schule gemeldeten Kinderzahl. Je Gruppe a 25 Kinder werden 0,2 Lehrerstellenanteile vom Land bewilligt, wovon 50 % kapitalisiert wird und 50 % als Stellenanteile der OGS zur Verfügung steht.

 

Anhand der Angaben aus den Sachberichten wurden 262,5 Lehrerstunden je Woche in der OGS erteilt. Dies waren gegenüber den Rückmeldungen aus dem letzten Jahr 37,5 Stunden mehr. Insgesamt hat in den letzten beiden Schuljahren in der Summe der Anteil der erbrachten Lehrerstunden um über 80 Stunden zugenommen.

Kam es in den vergangenen Jahren noch vor, dass aus den unterschiedlichsten Gründen keine Lehrerstunden in der OGS erbracht wurden, so ist das im Schuljahr 2012/ 2013 gar nicht mehr vorgekommen. An der Mehrheit der Schulstandorte wurden sämtliche Lehrerstunden in vollem Umfang in der OGS erbracht.

 

Beim Ausfall von Lehrerstunden in den OGS wurde von einigen OGS nach wie vor angemerkt, dass dieser nicht immer adäquat ausgeglichen/ aufgefangen wurde. Aber auch in diesem Bereich fand eine positive Entwicklung statt. 

 

Die Notwendigkeit und der Bedarf an einer weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit und inhaltlichen Verknüpfung zwischen Schule und dem Jugendhilfepartner werden an allen Standorten gesehen. Die dafür erforderlichen zeitlichen Ressourcen sind in dem bestehenden System jedoch nur in Ansätzen vorhanden und schränken die Möglichkeiten ein.

 

Trotz dieses Umstandes wird bis auf ganz wenige Ausnahmen und Teilbereiche, die Zusammenarbeit zwischen Schule und OGS als positiv und konstruktiv eingeschätzt. Die Zusammenarbeit und das gemeinsame Auftreten, sowie das Verständnis eine Einheit darzustellen, entwickeln sich stetig weiter.

 

  1. Standortspezifische Umsetzung

 

Insgesamt betrachtet lassen sich für diesen Qualitätsaspekt anhand der Entwicklungen in den Vorjahren stabile Strukturen feststellen. Die OGS‘ en sind in den Bezirken verankert und kooperieren mit verschiedenen Partnern. Hierbei haben sich vornehmlich Partnerschaften zwischen den Institutionen im direkten Umfeld der Schule entwickelt.

 

Je nach  Möglichkeiten im Umfeld der Schule, wurden unterschiedliche Aktionen mit den Kindern durchgeführt. Dies erwies sich allerdings in den Innenstadtbereichen, mit keinem direkten Zugang zu freien Spielflächen, als besonders schwierig.

Im normalen Tagesbetrieb kam erschwerend der Zeitfaktor hinzu. Deshalb wurden solche Aktionen eher in der Ferienbetreuung durchgeführt.

 

In den OGS an Standorten, die in Bezirken mit besonderen sozialen Belastungsfaktoren liegen, wurde ein besonderer Bedarf gesehen spezielle Angebote zu unterbreiten, um den Kindern wichtige Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten zu eröffnen.

Die Situationen in den Gruppen und die Bedarfe der Kinder machten eine intensivere Vorbereitung von Aktionen, sowie einen verstärkten Personaleinsatz zur Kleingruppenbildung erforderlich.

Sie stellten darüber hinaus auch besondere Anforderungen an die räumlich/ pädagogische Gestaltung von Schule, damit die Kinder hier auch eine abwechslungsreiche Lernumgebung vorfinden konnten.

 

Die OGS erscheinen als Partner im Bezirk zunehmend verankert und positiv vernetzt. Die bestehende zeitliche Struktur des Ganztags mit einem fest strukturierten Ablauf stellt jedoch eine natürliche Grenze bei einem Schulleben im Stadtteil dar.

 

  1. Bedarfsgerechte Betreuungszeiten

 

Die in den OGS angebotenen Betreuungszeiten erstreckten sich im Allgemeinen gemäß den vertraglichen Bedingungen von 07.00 bis 08.00 Uhr und dann von Ende der vierten Stunde (11.30 Uhr) bis 16.00 Uhr. Entsprechend dem von Eltern angemeldeten Bedarf wurde an 16 Schulen eine Betreuungszeit bis 17.00 Uhr und an drei Schulen bis 16.30 Uhr angeboten.

 

Der Bedarf an einer Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wurde von vielen OGS als besonders hoch angegeben. Die Frühbetreuung ist eine wichtige Anlaufstelle an den Schulen, und sie leistet einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familien und Beruf.

 

An den Standorten, die keine Spätbetreuung angeboten haben, wurde auch kein Bedarf angemeldet. Die Zahlen der Kinder, welche die OGS nach 16.00 Uhr besuchten, waren sehr unterschiedlich.

In der Regel stehen die verlängerten Öffnungszeiten nur den Kindern zur Verfügung, deren Eltern berufstätig sind. Aus diesem Grund variieren die Zahlen auch zwischen den Standorten.

Auch wenn die Betreuungszeiten als bedarfsgerecht empfunden werden, wird von Eltern immer wieder der Wunsch nach einer weiteren flexibleren Ausübung und Ausweitung geäußert.

 

An einzelnen Schulen gab es nach wie vor noch eine regelmäßige Betreuung durch die OGS im Schulvormittag. Diese zusätzlichen Betreuungszeiten wurden durch die gewährte Betreuungspauschale nicht abgedeckt und stellten eine Belastung der OGS bei den ohnehin engen personellen Ressourcen an den Standorten dar.

 

An unterrichtsfreien Tagen bot die OGS nach wie vor zuverlässig ein Betreuungsangebot an. Hinzu kamen noch Betreuungsangebote in den Ferien in vertraglich vorgesehener Form. Oftmals wurde von den Erziehungsberechtigten im Vorfeld ein Betreuungsbedarf angemeldet, der dann jedoch nicht unbedingt in Anspruch genommen wurde. Dies führte in der Vergangenheit immer dazu, dass ein hoher Personalaufwand betrieben wurde.

Die Entwicklung sollte dahingehend beschritten werden, eine größere Verbindlichkeit bei der Anmeldung und dem anschließenden Besuch dieser Tage zu erreichen.

 

Die Betreuungszeiten entsprechen dem angemeldeten Bedarf und konnten an vielen Standorten durch erhöhte Zuwendungen bis 17.00 Uhr ausgeweitet werden. Bei der Abdeckung des ganztägigen Betreuungsangebotes gemeinsam durch Schule und OGS gibt es an einzelnen Standorten noch Entwicklungsbedarf.

 

  1. Ganzheitliche Förderung

 

Die Auswahl der in den OGS angebotenen Arbeitsgemeinschaften (AG) richtete sich im Wesentlichen nach den vor Ort ermittelten Bedarfen, nach den Wünschen und Vorstellungen der Kinder und nach den Möglichkeiten der MitarbeiterInnen. Der größte Teil der AG wurde durch die OGS Mitarbeiter selber angeboten.

Einzelne OGS führen eine Evaluation/ Befragung der Kinder durch und planen auf der Grundlage dieser Bewertungen das Angebot im neuen Schuljahr.

 

Die Arbeitsgemeinschaften stellen einen wichtigen Bestandteil der OGS Arbeit dar. In ihnen kann in offener Form auf die Wünsche und Bedarfe der Kinder eingegangen werden und sie bieten Raum, Kindern Erfahrungen über die regulären Angebote hinaus zu ermöglichen.

 

Laut den Sachberichten wurden in den OGS im Schuljahr 2012/ 2013 insgesamt 355 AG durchgeführt. Sowohl der zeitliche Umfang als auch die Dauer der Projekte variierte. In der Regel sollten die Kinder die Gelegenheit bekommen an mindestens zwei AG- Angeboten teilzunehmen.

Der Schwerpunkt der AG Angebote lag in folgenden Bereichen:

 

Sport und Bewegung                                                                                   26,5 % der angebotenen AG

Kulturelles Lernen                                                                                       23,4 % der angebotenen AG

Förderangebote                                                                                            11     % der angebotenen AG

Gender-/ Gruppen oder Projekte                                                          10,5  % der angebotenen AG

Projekte zum sozialen Lernen                                                                   4,2  % der angebotenen AG

Sonstige                                                                                                            24     % der angebotenen AG

 

Die Auswahl, an welcher AG teilgenommen wurde, lag zum größten Teil bei den Kindern selbst. Die Anmeldung dafür wurde aber auch in Abstimmung mit den Eltern vorgenommen. Die Teilnahme an einer AG bestand zur Sicherung einer Kontinuität über einen längeren Zeitraum.

 

Aus den Mitteln der individuellen Förderung konnten in den OGS gezielte Projekte zu den Bedarfen der Kinder angeboten werden. Hierzu wurde von jeder Schule ein Bericht vorgelegt, der die Bedarfe  beschreibt und die durchgeführten Projekte darstellt.

 

Neben den AG Angeboten sind die täglichen Bewegungsangebote und die selbst gestaltete Freizeit von großer Bedeutung. Diese ist allerdings bei einem fest eingeteilten Tag mit Schulvormittag, Mittagessen, Lernzeit und AG Angebot teilweise sehr  eingeschränkt.

 

Lernzeitorganisation

 

Das Thema Lernzeiten spielt in den OGS eine wichtige Rolle. Alle Schulen im Zusammenspiel mit den OGS haben eigene Konzepte und entwickelt und arbeiten stetig weiter an dem Thema. In der inhaltlichen Auseinandersetzung wie die Lernzeiten miteinander gestaltet werden sollen, ist der regelmäßig Austausch von großer Bedeutung. Gerade der Austausch und die Informationsweitergabe an die Eltern sind von großer Bedeutung.

Von diesen wurden oftmals noch die Erwartung und der Wunsch geäußert, die Lernzeiten in der OGS als Hausaufgabenhilfe für das einzelne Kind zu gestalten. Dies führte mitunter zu einer Unzufriedenheit bei den Eltern, insbesondere dann, wenn Kinder mit unfertigen oder fehlerhaften „Hausaufgaben“ nach Hause gingen.

Hier ist die Schule gefordert, das konfliktträchtige Feld „Hausaufgaben“  mit allen Beteiligten zu diskutieren und das eigene schulische Konzept transparent und fundiert darzustellen.

 

Allen OGS war es weiterhin wichtig, mit den vorhandenen Ressourcen, möglichst kleine (Ø 10-15 Kinder) Lernzeitgruppen zu bilden. Diese fanden zum größten Teil in den Klassenräumen der Kinder statt.

 

Nach Möglichkeit begleitete und betreute immer die gleiche Person eine Lernzeitgruppe. 

Je nach Bedarf gelang einigen OGS auch der Einsatz von zwei Personen. Insgesamt betrachtet war in der Lernzeitbegleitung das meiste Personal eingesetzt.

Trotz des intensiven Personaleinsatzes kann eine intensive Einzelförderung nicht gewährleitet werden, sie ist auch nicht die Aufgabe der OGS, auch wenn die Erwartung vieler Eltern eine Andere ist.

Der Einsatz der Lehrerstunden erfolgte überwiegend im Rahmen der Gestaltung der Lernzeiten und dabei insbesondere für individuelle Förderangebote.

 

Die angebotenen Arbeitsgemeinschaften decken ein weites Spektrum ab und werden von den Kindern gerne angenommen. Sie greifen die Wünsche und Bedarfe der Kinder auf.

Die Lernzeit nimmt einen großen Stellenwert in der Arbeit der OGS ein. An jedem Standort werden die zu Grunde liegenden Konzepte stetig weiterentwickelt.

 

  1. Zusammenarbeit mit Eltern

 

Die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten ist für die Gestaltung einer nachhaltigen Bildungsarbeit von großer Bedeutung. Auch wenn diese nicht den Schwerpunkt der Arbeit bildet, ist das Ziel aller OGS eine gute Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes zu erreichen.

Im Sachbericht wurden im Rahmen einer tabellarischen Übersicht verschiedene Angebotsarten in der Zusammenarbeit aufgelistet. Dabei wird unterschieden nach:

 

  • Individuellen Unterstützungsangeboten (in denen Erziehungsberechtigte weiterführende Hilfen angeboten wurden)
  • Entwicklungsgesprächen (ohne Beteiligung von LehrerInnen)
  • Entwicklungsgesprächen mit Beteiligung Anderer
  • Gruppenangeboten
  • Elterninformationen
  • Elternbeteiligung.

 

In allen OGS erhielten die Eltern weitergehende individuelle Unterstützungsangebote.

 

Die Mitarbeiter der OGS sind für viele Eltern die erste Anlaufstelle und es ergeben sich in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder Gesprächssituationen.

Dies führte dazu, dass sich das Vertrauensverhältnis stetig weiterentwickelte und die Eltern auch mit vielen unterschiedlichen Fragen an die OGS heran traten. So nahm auch die Beratung zum Bildungs- und Teilhabepaket trotz der Unterstützung durch die Schulsozialarbeit immer noch einige Zeit in Anspruch. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass die bestehenden Vertrauensverhältnisse auch weiter genutzt werden, war aber auch dem Umstand geschuldet, dass die SchulsozialarbeiterInnen nicht täglich an einem Standort anwesend sein konnten. Diese nur tageweise Anwesenheit erforderte einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen den Schulsozialarbeiterinnen und den Mitarbeiterinnen der OGS.

In den meisten OGS fanden auch Gespräche statt, in denen Eltern je nach Situation und Bedarf an andere Stellen weiter vermittelt wurden (ASD, Psych. Beratungsstellen, Krisenintervention § 8a SGB VIII).

Hierbei kommt der OGS in der Regel zu Gute, dass sich über den regelmäßigen Austausch ein Vertrauensverhältnis entwickelt hat, so dass die Eltern offen mit den Mitarbeitern reden.

 

Entwicklungsgespräche über Kinder fanden an allen Standorten statt. Diese wurden, je nach Bedarf, in den regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen durchgeführt und das weitere Vorgehen wurde miteinander abgestimmt. Eine große Anzahl der OGS hat entsprechend dem Bedarf weitere Partner in diese Gespräche mit eingebunden.

Die Entwicklungsgespräche waren und sind auf jeden Fall für die OGS ein wichtiger Bestandteil ihrer Erziehungs- und Bildungsarbeit.

 

In allen OGS wurden den Eltern Gruppenangebote unterbreitet. Hierbei handelte es sich um regelmäßige Aktionen wie Elterncafé, Elternfrühstück und Gesprächskreise bis hin zu gemeinsamen Einzelaktionen (Spielnachmittage, Kochaktionen. Gemeinsame Aktionen, bei denen Eltern sich für einen bestimmten Anlass kurzfristig engagierten, kamen  in der Regel gut an.

 

Zur Information der Eltern wurden hauptsächlich die üblichen Aushänge und das Verteilen von Flyern oder Elternbriefen eingesetzt. Vereinzelt wurden auch Elternabende angeboten. Der größte Teil der Informationen erfolgte im persönlichen Gespräch („Tür- und Angelgespräche“).

 

An 15 OGS bestand ein Elternrat, der in die unterschiedlichsten Planungen und Entscheidungen eingebunden war. Weitere Elternbeteiligung erfolgte größtenteils im Rahmen gemeinsamer Aktionen und Feste (s.o.).

 

Die Zusammenarbeit mit Eltern wird als wichtig und konstruktiv angesehen und durchgängig als positiv und vertrauensvoll empfunden. Die Mitarbeiter sind für Eltern in vielen Fragen die ersten Ansprechpartner, an die man sich wenden kann. Die Verankerung und die weitere Vernetzung im Stadtteil ist ein gewinnbringender Aspekt. In OGS in Stadtbezirken mit besonderen Belastungsfaktoren nimmt die Elternberatung einen großen Stellenwert ein. Der Bedarf an einer Ausweitung der zeitlichen Ressourcen und der räumlichen Kapazitäten wird an diesen Standorten verstärkt wahrgenommen.

 

  1. Raumausstattung

 

Eine Aussage, die für alle OGS Standorte allgemeine Gültigkeit hat, ist kaum zu treffen, da die Bedingungen von Schule zu Schule sehr stark voneinander abweichen. Die Ausweitung der Betreuungsplätze in der OGS stellt hohe Anforderungen an die räumliche Ausstattung der OGS. Die Stadt trägt diesem Umstand seit Gründung Rechnung und erweitert im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten die räumlichen Ressourcen an den Schulen. Mit den im Schuljahr 2012/ 2013 realisierten baulichen Veränderungen konnte an diesen Standorten eine spürbare Entlastung erreicht werden. Es gibt aber nach wie vor noch einige Standorte, an denen die räumliche Situation als nicht passend empfunden und weiterhin ein dringlicher Handlungsbedarf gesehen wird.

 

In der jeweiligen Bedarfsabfrage der Betreuungsplätze für das darauf folgende Schuljahr, werden die Schulen aufgefordert anzugeben, ob der angemeldete Betreuungsbedarf in den vorhandenen Räumlichkeiten gedeckt werden kann. Dies führt dazu, dass an den meisten Standorten Klassenräume im Ganztag genutzt wurden. Diese Räumlichkeiten sind für freizeitpädagogische Aktivitäten allerdings nicht immer geeignet. So muss an jedem OGS Standort regelmäßig miteinander nach Lösungen gesucht werden, wie die ganztägige Betreuung und Bildung in den Schulen im bestehenden Rahmen den kindlichen Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden und die multifunktionale Nutzung der Räume optimiert werden kann.

 

Für die im Schuljahr 2012/ 2013 rechnerisch gebildeten 96 OGS Gruppen standen nach Rückmeldung aus den Sachberichten 82 Gruppenräume zur Verfügung. Diese etwas geringere Anzahl als im Vorjahr kam durch eine differenzierte Zählweise zu Stande. Die Standorte, die weniger Räume angaben, hatten nicht weniger Raum. Teilweise sind sogar dort Räume durch Umbauten hinzugekommen.

Von den 82 Gruppenräumen wurden 33 in Doppelnutzung als Klassen- und als Gruppenraum genutzt.

Neben den für die Gruppen bestehenden Räumen wurden an allen OGS die weiteren Räumlichkeiten der Schule auch im Nachmittagsbereich genutzt. Darunter fielen zunächst einmal die Klassenräume, die im Rahmen der Lernzeitbegleitung genutzt wurden. Soweit an der Schule vorhanden, wurden die Funktions-/ Fachräume durch die OGS in Anspruch genommen (Computerräume, Schulbibliothek, Musikraum,…). Für den Freizeitbereich wurden insbesondere die Schulhöfe und eventuell vorhandene Pausenräume und Turnhalten genutzt.

 

Für die unterschiedliche Nutzung im Vormittag als Klassenraum und im Nachmittag zur Gestaltung der Freizeit werden die Räume jedoch von vielen als nur eingeschränkt bedarfsgerecht eingeschätzt.

 

Gerade in OGS Standorten mit „kleinen Schulgebäuden“ und an Standorten mit einer sehr hohen Teilnehmerzahl, stellen die räumlichen Ressourcen eine große Herausforderung dar.

 

Als besondere Bedarfe wurden in Bezug auf die Räumlichkeiten folgende Bewertungen gegeben:

  • Die multifunktionale Nutzung von Räumlichkeiten (Klassenräume und Gruppenräumen ist nur vereinzelt gegeben. D.h. die Möglichkeit zur flexiblen Umgestaltung von Räumen nach den kindlichen Bedarfen ist nicht vorhanden.
  • Von einigen OGS wird die Größe der Gruppenräume für die unterschiedlichen Anforderungen, die sich aus einer abwechslungsreich gestalteten pädagogischen Freizeit ergaben, als nicht optimal empfunden. Diese stellen für die Arbeit in einer Gruppe mit 25 Kindern für alle Beteiligten (Kinder und ErzieherInnen) eine Belastung dar.
  • Das Mittagessen stellt an nahezu allen Standorten, trotz einer Organisation im „Schichtbetrieb“, eine schwierige Situation dar. Sehr viele Kinder sind in einem eingeschränkten Zeitfenster, auf einem begrenzten Raum zu versorgen. Hierbei wird von vielen OGS die Lärmbelastung oftmals als zu hoch empfunden.
  • Insbesondere an kleineren Schulstandorten mit nur wenigen Raumkapazitäten bestehen nur wenige Ausweichmöglichkeiten.
  • Die Sanitäranlagen an vielen OGS werden als nur eingeschränkt oder nicht dem Bedarf entsprechend empfunden.
  • Durch die ganztägige Nutzung ergibt sich bei den Räumlichkeiten eine hohe Abnutzungserscheinung, die eine regelmäßige Renovierung und Instandsetzung erforderlich machen.

 

Aufgrund der alltäglichen Arbeit ergeben sich besondere Bedarfe in folgenden Bereichen:

 

  • Zur Differenzierung und Gruppenaufteilung werden insbesondere an Standorten mit GU Kindern Nebenräume benötigt. Eine Gruppensituation mit einer großen Anzahl von Kindern in einem Raum stellt eine Belastungssituation dar und bedeutet oftmals auch den Zuwachs an Konfliktpotential.

 

  • Bei einem Ganztagsbetrieb entsteht insbesondere bei den jüngeren Kindern der Bedarf nach einem Ruheraum.

 

  • Büroräume zur Besprechung im Team und zur Beratung mit Familien werden benötigt, um Gespräche und Telefonate in Ruhe und vertrauensvoll führen zu können.

 

Auch wenn die Schulgebäude grundsätzlich ausreichend Raum bieten, so stellt die ganztägige Nutzung der Räumlichkeiten eine Herausforderung an die Gestaltungsweise und Nutzungsart, um den Bedarfen der Kinder, die sich den ganzen Tag im Gebäude aufhalten, gerecht zu werden. Dies erfordert auch weiterhin große Anstrengungen aller Beteiligten, damit die Schule zu einem Haus des Lebens und Lernens wird.

 

  1. qualifiziertes Personal

 

Im Schuljahr 2012/ 2013 konnte in fast allen OGS, Personal gemäß den Remscheider Qualitätsstandards eingesetzt werden. Je Gruppe stand in der Regel eine qualifizierte Gruppenleitung im Umfang von 25 Stunden und 1 Ergänzungskraft im Umfang von 10 Stunden zur Verfügung.

 

Bei den Gruppenleitungen der OGS besteht eine relativ geringe Fluktuation. Die meisten Team-/ Gruppenleitungen sind bereits seit längerer Zeit an der gleichen OGS tätig. Diese große personelle Kontinuität fördert die inhaltliche Weiterentwicklung der OGS. Eine Fluktuation von Gruppenleitungen kann jedoch kaum aufgefangen werden, da es immer schwieriger wird, offene Stellen qualifiziert neu zu besetzen. Dies führte auch dazu, dass Gruppenleitungsstellen nicht besetzt werden konnten.

Beim Einsatz der Ergänzungskräfte muss die OGS eine große Flexibilität zeigen, um mit den bestehenden finanziellen Ressourcen den Personalbedarfen am Standort gerecht zu werden. Wo jedoch kein qualifiziertes Personal im vorgeschriebenen Umfang eingesetzt wird/ werden kann, setzen die Einrichtungen verstärkt auf den Einsatz von Ergänzungskräften.

In den Rückmeldungen zu den Verwendungsnachweisen wurde bei den betreffenden OGS auf diesen Umstand hingewiesen. Aufgrund des auf dem Arbeitsmarkt herrschenden Personalmangels, war ein kurzfristiger Ausgleich kaum zu bewerkstelligen.

 

Der zeitliche Umfang des Personaleinsatzes ging im Schnitt über den Umfang von 25 Stunden hinaus. An 10 Standorten hatte die Teamleitung der OGS eine Vollzeitstelle. An vielen weiteren OGS Standorten arbeitete die Gruppenleitung mehr als 30 Stunden in der OGS.

Dieser erhöhte Stundenanteil der Teamleitungen ermöglicht einen besseren Austausch und eine bessere Verzahnung mit der Schule.

 

Der Bedarf, Vollzeitstellen in der OGS zu schaffen, wird von allen OGS gesehen. Die bestehenden finanziellen Rahmenbedingungen reichen jedoch hierzu nicht aus.

 

Von den Trägern wurden auch weiterhin umfangreiche Qualifizierungsangebote durchgeführt.

 

Die Einschätzung der Bewertung der Personalsituation war grundsätzlich eher positiv. Dies bezog sich auf die Zusammenstellung des Teams und die Arbeit vor Ort. Oftmals wurde das besonders hohe Engagement der Mitarbeiter aufgeführt.

 

Auch wenn die meisten OGS eine grundsätzlich positive Einschätzung der Personalsituation abgaben, so wurde doch eine deutlich bessere Personalausstattung aufgrund der Aufgabenfülle als erforderlich angesehen.

 

Der Bedarf verstärkt qualifiziertes Personal einzusetzen wird vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Anzahl von Kindern mit besonderen Bedarfen gesehen. Hierbei handelt es sich nicht nur um Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf. Der Bedarf in Kleingruppen mit qualifiziertem Personal gezielte Angebote durchzuführen erstreckt sich auf alle Schulen, ist aber bei der Personalsituation nur kaum zu verwirklichen.

 

Die Darstellung der personellen Ressourcen in den Sachberichten weist über alle Einrichtungen hinweg auf den Umstand hin, dass Quantität und Qualität für die gesteigerten Ansprüche als nicht ausreichend angesehen werden. So wird ein weitaus höherer Bedarf gesehen, als er mit den bestehenden Ressourcen geleistet werden kann.

 

Die Notwendigkeit die Stundenkontingente der MitarbeiterInnen zu erhöhen wird als elementar angesehen, um die Qualität im Offenen Ganztag auch weiterhin sicherstellen zu können.

 

Insgesamt bleibt festzustellen, dass die OGS-Finanzierung in Remscheid im NRW-Vergleich zwar im unteren Mittelfeld liegt, dennoch wegen der durch HSP „eingefrorenen“ Mittel und einem weiteren Ausbau von Plätzen nur einen begrenzten Qualitätsausbau zulässt. Auch eine Entlohnung des Trägerpersonals analog tariflich Beschäftigter lässt sich von den Trägern kaum realisieren.

Im Vergleich mit anderen Städten ist für Remscheid unbedingt die hohe Ausbauquote zu berücksichtigen, die von den OGS-Trägern jahrelang mit hohem Engagement geleistet wurde und wird.

  1. Ausgewogene Verpflegung

 

Im Schuljahr 2012/2013 wurde in 12 OGS das Essen frisch vor Ort zubereitet. In neun OGS gab es eine Warmverpflegung, wobei 3 dieser OGS das Essen von anderen OGS angeliefert bekamen und die anderen sechs OGS von einem lokal ansässigen Caterer.

Die verbliebenen OGS boten eine Mischküche bestehend aus frisch aufbereiteter Tiefkühlkost verbunden mit Ergänzungen von frischen Lebensmitteln an.

 

23 OGS meldeten zurück, dass alle Kinder am gemeinsamen Mittagessen teilnahmen. Bei zwei OGS nahm nur ein kleiner Teil der angemeldeten Kinder nicht am Mittagessen teil. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen weiteren Zuwachs. Die Teilnahme an der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung wurde von einem Träger mit allen Elternvertretungen besprochen und es wurde gemeinsam beschlossen, eine Teilnahme aller Kinder zu verwirklichen.

Der Anteil der Kinder, die im Rahmen des BuT Leistungen zur Teilhabe am Mittagessen erhalten haben, lag bei ca. einem Drittel aller Kinder (insgesamt 714)

 

Die Essensangebote berücksichtigten an allen Standorten spezifische Besonderheiten, die sich durch religiöse Gründe, aber auch für Allergiker ergaben.

Viele der OGS berücksichtigten bei der Auswahl und Gestaltung des Mittagessens die Ernährungsgrundsätze nach „OPTIMIX oder der Ernährungspyramide.

 

In Ergänzung zum regulären Mittagessen gab es an allen Schulen Obst und Rohkost sowie regelmäßig frei verfügbare Getränke. An 16 OGS gab es auch das Angebot eines gesunden Frühstücks.

 

Die erforderlichen Hygieneschulungen und -standards wurden nach Bestätigung durch den/ die Träger eingehalten.

 

Die Verpflegung aller Kinder als pädagogisch gestaltetes Angebot nimmt eine wichtige Rolle in den OGS ein. Ziel aller Angebote ist es, den Kindern eine gesunde und ausgewogene Ernährung anzubieten. Dieses Ziel konnte an den Remscheider OGS verwirklicht werden.

 

  1. Partizipation von Kindern

 

24 von 25 OGS gaben an, dass im Rahmen der Entwicklung des AG- Angebotsprogramms die Kinder beteiligt wurden. Ihre Wünsche wurden in unterschiedlicher Form erhoben und bei der Auswahl der Angebote auch berücksichtigt. Dies geschah teilweise im Rahmen von schriftlichen Befragungen. An 17 OGS gab es Formen von Kinderkonferenzen, in denen die Kinder ihre Wünsche und Belange einbringen konnten. Dort wo Kinderkonferenzen stattfanden, wurde auch stetig daran gearbeitet, diese in die Verantwortung der Kinder zu übergeben.

 

Als weitere Bereiche der Mitwirkung von Kindern wurde von allen OGS das Aufgreifen von Kinderwünschen beim Mittagessen aufgeführt. Außerdem wurde im unterschiedlichen Umfang versucht, Kinderwünsche bei der Gestaltung und Ausstattung der Räumlichkeiten zu berücksichtigen. Hier bestand allerdings bei vielen OGS eine Einschränkung, weil die flexible Gestaltung und die Veränderbarkeit von Räumen nur zum Teil gegeben waren..

 

Die Partizipation von Kindern schlägt sich als Querschnittsthema in verschiedenen Bereichen nieder. Das Prinzip der Beteiligung von Kindern spielt im Offenen Ganztag eine wichtige Rolle.

 

 



[1] Hier wird noch der Begriff „sonderpädagogischer Förderbedarf“ und nicht „sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf“ verwendet, da dieser Begriff im Schuljahr 2012/ 2013 noch Verwendung gefunden hat.


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister