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Name:15/0536  
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:04.11.2014  
Betreff:Anfrage der Ratsgruppe der WIR - Tätigkeitsbericht der kommunalen Koordinierungsstelle
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Tätigkeitsbericht der kommunalen Koordinierungsstelle in Remscheid

 

 

Einarbeitungsphase

 

Zum 1. August 2013 wurde die kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) als Stabstelle im Dez. 2.00 Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sporteingerichtet. Sie wurde personell besetzt mit drei Mitarbeiterinnen aus unterschiedlichen Fachdiensten im Dezernat 2.00. Durch die Zusammenlegung mit dem schon existierenden Bildungsbüro sollten Synergieeffekte genutzt werden. Im September 2013 konnten gemeinsame Büroräume im Ämterhaus bezogen werden.

Die Verschmelzung mit dem Bildungsbüro gestaltete sich aber weit schwieriger als angenommen. Die geplante Einbeziehung von Personal des Bildungsbüros (abgeordneter Landesbediensteter) für die Schnittstelle Übergang Schule – Beruf wurde nicht verwirklicht.

 

Zu Beginn erfolgte die grundlegende inhaltliche Einarbeitung in das neue Arbeitsfeld der Umsetzung des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Die neue Aufgabe wird von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales durch Beratung und regelmäßigen Austausch unterstützt.

 

Darüber hinaus suchte die kommunale Koordinierungsstelle z.T. gemeinsam mit dem  Dezernenten erste Kontakte zu den Remscheider Akteuren des neuen Arbeitsfeldes auf. Dazu gehören insbesondere die Wirtschaft, Verantwortliche der Verwaltung und alle Remscheider Schulen, die Jugendhilfe, sowie die Koordinierungsstellen in den benachbarten Städten.

 

 

Aufbau der Gremienstruktur

 

Der Lenkungskreis Übergang Schule – Beruf/Studium konstituierte sich am 23. Januar 2014. Mitglieder des Gremiums, das sowohl operative als auch steuernde Aufgaben hat, sind

  • Agentur für Arbeit
  • Arbeitgeberverband
  • Bergische Universität
  • Deutscher  Gewerkschaftsbund
  • Gleichstellungsbeauftragte
  • Industrie- und Handelskammer
  • Jobcenter
  • Jugendhilfe (vertreten durch den Sprecher der AG Jugendsozialarbeit)
  • Kommunale Koordinierungsstelle
  • Kreishandwerkerschaft
  • Regionalagentur (als Gast)
  • Schulaufsicht
  • Schulleitungen aller Remscheider Schulen der Sek I und der Berufskollegs
  • Zentraldienst Integration und Migration / Kommunales Integrationszentrum

 

Es wurde eine Geschäftsordnung verabschiedet und im Konsens beschlossen, für die drei Handlungsfelder von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ Arbeitsgruppen einzurichten.

 

In Abstimmung mit der Schulaufsicht vor Ort wurde eine AG Studien- und Berufsorientierung eingerichtet, die im Juni und im Oktober 2014 tagte. Sie beschloss, ein Beratungskonzept zur Berufs- und Studienorientierung zu entwickeln  und weitere Schwerpunkte sukzessive zu vereinbaren. Sprecher der AG ist der örtliche Schulamtskoordinator.

 

Das Handlungsfeld II – Übergangssystem – sollte ursprünglich durch die auf diesem Gebiet seit vielen Jahren aktive  AG Jugendsozialarbeit (Arbeitsgruppe nach § 78 SGB VIII) bearbeitet werden. Es hat sich aber zur Aufgabenbewältigung als notwendig herausgestellt, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die unter der Federführung der kommunalen Koordinierungsstelle das Thema „Transparenz im Übergangssystem“ und  „Abgleich von Bedarf und Angebot“ bearbeitet.

 

Die AG Attraktivitätssteigerung des dualen Systems hat sich im August 2014 konstituiert und wird sich mit der Entwicklung eines Konzepts für die Information und Ansprache von Eltern, Jugendlichen und Multiplikatoren auseinandersetzen. Ziel ist es, die Möglichkeiten der dualen Berufsausbildung stärker hervorzuheben.

 

 

Strukturierung des Aufgabenfeldes

 

Während  das Team  in der Einarbeitungsphase gemeinsam an allen Handlungsfeldern arbeitete, wurde ab Frühjahr 2014 eine stellen- und personenbezogene Aufgabenverteilung  vorgenommen:

  • Studien- und Berufsorientierung an Schulen  (Frau Stubbe)
  • Übergangssystem (Frau Türk, Frau Stubbe))
  • Attraktivitätssteigerung des dualen Systems (Frau Türk, Frau Möller-Wiktor)
  • Geschäftsführungsaufgaben für alle Bereiche und Verwaltung (Frau Möller-Wiktor)

 

Die Bestandsanalyse im Bereich der Studien- und Berufsorientierung an Schulen wurde bis zu den Osterferien abgeschlossen. Die Größe  Remscheids (ca. 115.000 EW, 15 Schulen inkl. Förderschulen und 3 Berufskollegs)  gestattet die persönliche Vorstellung und leitfadengestützte Gespräche mit den Schulleitungen und Studien- und Berufsorientierungs-lehrern. Allerdings konnte die systematische Befragung mit Hilfe der Software Grafstat aus technischen Gründen erst nach den Sommerferien umgesetzt werden.

Die Auftaktveranstaltung der Bezirksregierung für das Landesprogramm fand am 27. März 2014 im Rathaus Remscheid statt. Der Stadtdirektor als Vorsitzender des Lenkungskreises sprach ein Grußwort.

Zum Schuljahr 2014/15 startet zunächst nur eine Schule, das Gertrud-Bäumer-Gymnasium,  in KAoA, da derzeit alle Schulen außer den Gymnasien über Mittel des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Antrag eines Bildungsträgers gefördert werden. Hier liegt eine Förderzusage für einen Großteil der Remscheider Schulen bis August 2015 vor.

 

Die Erreichung von mehr Transparenz ist Zielsetzung im Handlungsfeld Übergangssystem. Es soll ein Wegweiser erstellt werden, der die Möglichkeiten für Jugendliche nach der Beendigung der Sekundarstufe I überblicksartig darstellt. Zielgruppe sind die Jugendlichen, ihre Eltern, aber auch die Beratenden in den Schulen.  Da sich die Bildungsgänge an den Berufskollegs durch eine Änderung der Prüfungsordnung zum Schuljahr 2015/16 ändern wird, verschiebt sich die ursprünglich für November geplante  Fertigstellung auf das Frühjahr.

 

Das Thema Attraktivitätssteigerung des dualen Systems muss mittel- bis langfristig angegangen werden. In diversen Gesprächen mit Vertretern von Ausbildungsbetrieben, mit Maßnahmeträgern im Übergangssystem und mit Schulen hat sich gezeigt, dass die Erwartungen an die Jugendlichen, die Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit und –bereitschaft und das Bild der jeweils anderen Beteiligten sehr divergieren. Der direkte Kontakt der Akteure und der inhaltliche Austausch erscheinen  unbedingt notwendig, um eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten.

 

Gremien- und Netzwerkarbeit

 

Auf regionaler Ebene liegt der Austausch mit den beiden anderen bergischen Großstädten (Solingen und Wuppertal) nahe. Hier ist auch die Regionalagentur des Bergischen Städtedreiecks einzubeziehen. Es erfolgten mehrere Treffen in unterschiedlicher Konstellation, um die unterschiedlichen Umsetzungsstände und gemeinsamen Interessen zu kommunizieren.

 

Die Leitungen der kommunalen Koordinierungsstellen im Bergischen treffen sich 4-mal jährlich mit der Geschäftsführung des regionalen Ausbildungskonsenses, der bei der IHK liegt.

 

Darüber hinaus hat  die kommunale Koordinierungsstelle Remscheid Kontakt zu weiteren Kommunen,  die auf dem Weg schon weiter fortgeschritten sind.

 

Alle Mitarbeiterinnen der kommunalen  Koordinierungsstelle nehmen an den Regionaltreffen der G.I.B. zu aktuellen Themen und zum fachlichen Austausch  teil.

 

Weiteres Vorgehen zur Vorbereitung des KAoA-Starts im Schuljahr 2015/16

 

Das für KAoA federführende Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales schließt mit den kommunalen Koordinierungsstellen Vereinbarungen zur Umsetzung ab. Ziel ist der Erhalt einer landeseinheitlichen Vorgehensweise unter Berücksichtigung der kommunalen Besonderheiten. Vereinbart wurde ein Fahrplan bis 2017 zur Vorbereitung und zu den ersten Schritten in KAoA. Wichtig ist dabei die parallele Arbeit in allen Handlungsfeldern.

 

In der Studien- und Berufsorientierung geht es um die Erarbeitung von Grundlagen für die Standardelemente Beratung, Schulstrukturen für KAoA (inkl. Curriculum) und die Vorbereitung und Umsetzung der Potenzialanalyse. Eine gesonderte Arbeitsgruppe wird sich mit der Arbeit mit einem möglichst einheitlichen Portfolioinstrument auseinandersetzen. Für die praxisbezogene Berufsorientierung ist die Berufsfelderkundung in Betrieben sehr wichtig. Sie braucht aber sowohl Vorbereitung in den Schulen als auch in den Betrieben, die für alle Remscheider Achtklässler an 3 Tagen im Jahr Erkundungsplätze zur Verfügung stellen sollen. Außerdem wird ein Konzept zur Studienorientierung für die Schulen mit gymnasialer Oberstufe gemeinsam mit Berufsberatung und Universität in die Wege geleitet.

Nach dem Start aller Schulen in KAoA steht für die Schulen die Arbeit an den Anschlussvereinbarungen (Jugendliche, Eltern, Beratende) an.

Angestrebt ist die Erfassung des Übergangs von der Sekundarstufe I in weiterführende Angebote. Hier arbeitet die kommunale Koordinierungsstelle in der AG Übergangsstatistik  der Bezirksregierung mit.

 

Im Übergangssystem werden zur Herstellung von Transparenz Daten zum Ist-Stand des Übergangssystems (Angebote der Rechtskreise SGB II, II und VIII, Weiterbildung und Berufskollegs) erhoben, die als Grundlage eines Monitorings weiter fortgeschrieben werden. Ab 2017 werden die kumulierten Anschlussvereinbarungen als Basis für die Erhebung des Bedarfs im Übergangssystem ausgewertet.

 

Zur Attraktivitätssteigerung der dualen Berufsausbildung wird neben der Entwicklung einer Grundsatzstrategie zur Information auch die Mitarbeit an einem Ansprachekonzept für Berufsfelderkundung in Betrieben treten.

 

 

 

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister