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Name:15/0965  
Aktenzeichen:0.12.1
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:17.02.2015  
Betreff:Anfrage „Junges Wohnen in Remscheid Mitte - Beitrag zur Revitalisierung der Remscheider Innenstadt“
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Mit einer Anfrage der Fraktion der SPD vom 22.01.2015 mit dem Titel „Junges Wohnen in Remscheid Mitte - Beitrag zur Revitalisierung der Remscheider Innenstadt“ soll die Verwaltung beauftragt werden zu prüfen, in welchem Rahmen das Revitalisierungskonzept (Drs.15/0399) und das Regionale Strukturentwicklungsprogramm (Drs.15/0412) ergänzt werden kann, um Wohnangebot für Jugendliche und junge Erwachsene zu schaffen.

 

Die Anfrage bezieht sich auf den leichten Einpendlerüberschuss der Stadt Remscheid, Wanderungsverluste in den Altersgruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Bildungswanderungen) und vorhandene, jedoch nicht genutzte Potenziale des Wohnstandortes Innenstadt.

 

Bezüglich der Anfrage können kurzfristig die folgenden Aspekte angeführt werden:

 

  • Ausweislich der Analyse der Konzeption zur Revitalisierung der Innenstadt besteht im Gebiet der Konzeption ein im gesamtstädtischen Vergleich überdurchschnittlicher Wohnungsleerstand (s. Übersichtskarte). Während die gesamtstädtische Leerstandsquote nach einer Stromzählerauswertung zu Beginn des Jahres 2014 bei rd. 7,6 % lag, waren in der Innenstadt über 9 % der Wohnungen leerstehend. Kleinräumig lag die Quote in einigen Fällen sogar über 15 %.

 

Innenstadt_Ana_Wohnungsleerstand

 

Zur Qualität des Wohnungsbestandes wird in der Konzeption ausgeführt: „Der Wohnungsbestand in der Innenstadt Remscheid wurde zu einem hohen Anteil in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg errichtet. In dieser Baualtersklasse wird nur ein geringer Teil der Wohneinheiten barrierefrei sein. Für attraktives Familienwohnen fehlen im Mietwohnungsbestand zudem vielfach private Freiflächen wie Gärten, Terrassen oder Balkone. Ferner muss aufgrund des Baualters von einem hohen energetischen Sanierungspotenzial ausgegangen werden. Ein nennenswerter Anteil des Gebäudebestandes wurde vor 1980 gebaut und damit noch vor dem Inkrafttreten der 2. Wärmeschutzverordnung, bei der eine Reduzierung der Wärmedurchgangswerte vorgeschrieben wurde.“ Neben der Qualität des Bestandes selbst werden im Konzept für einige Teilbereiche die Wohnlage beeinträchtigende Faktoren aufgeführt.

 

Grundsätzlich dürfte die beschriebene Situation des Wohnungsteilmarktes Innenstadt bereits jetzt zu einem für jüngere Wohnungssuchende  – insbesondere auch im Vergleich mit den Zentren der Rheinschiene – quantitativ interessanten Angebot mit einer akzeptablen Miethöhe führen.

 

  • Die auszugsweise Wanderungsstatistik für die Stadt Remscheid (s. Tabelle unten) weist für den Zeitraum 2009 bis 2013 für die Zu- und Fortzüge aus und nach den Nachbar- und Universitätsstädten der Region einen  negativen Saldo aus. Insbesondere in der für die demografische Entwicklung der Stadt bedeutsamen Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen ist der Wanderungssaldo mit diesen Städten signifikant negativ. Eine der Ursachen der Abwanderungen dürfte sein, dass in Remscheid eine Hochschule oder gleichrangige Bildungseinrichtung fehlt. Inwiefern der Standort Remscheid für Studierende als Ausweichwohnstandort in Frage kommen kann, bemisst sich neben dem Wohnungsangebot in den Universitätsstädten und den Wohnkosten nach dem Raumüberwindungsaufwand und an den Möglichkeiten, am Wohnstandort soziale Kontakte mit anderen Studierenden zu pflegen.

 

Pendelzeit von Remscheid (Fr.-Ebert-Pl.)  zum Campus der Universität…

(Pkw)
min.

(ÖPNV)
min.

Wuppertal (Gaussstraße 20)

00:25

00:35

Düsseldorf (Universitätsstraße 1)

00:45

01:25

Köln (Universitätsstraße 22)

00:45

01:35

 

Lediglich für Studierende der Bergischen Universität in Wuppertal kann das Wohnungsangebot in Remscheid aufgrund der vertretbaren Pendelzeit als räumlich attraktiv eingeschätzt werden. Allerdings bietet der Wohnungsmarkt in Wuppertal selbst ein vergleichbares  quantitatives Angebot.

Die Zielgruppe einer Strategie zur Entwicklung des Innenstadtquartiers als Wohnquartier für Studierende würde sich daher voraussichtlich auf in Remscheid geborene Studierende beschränken müssen, sofern diese nicht ohnehin weiterhin im Elternhaus wohnen wollen. Dieser ad hoc nur grob zu skizzierenden Nachfragesituation müsste sich auch eine regionale Strategie stellen, die auf eine ansonsten wünschenswerte Entlastung der Ballungsräume abgestellt ist.

 

  • Für die Förderung von Wohnraum für Studierende in Form von Wohnungen (WFB) und Wohnheimen (SWB) können ggf. Förderkontingente aus verschiedenen Programmteilen angefordert werden. Es ist jedoch nicht bekannt, ob in einer Stadt ohne Hochschulstandort(e) wie Remscheid eine entsprechende Förderung gewährt werden kann.

 

 

Das Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt wird in den Folgejahren parallel zu Umsetzung weiter zu konkretisieren sein. Die in der Anfrage genannten Aspekte können in diesem Prozess weiter hinterfragt werden und in die Fortschreibung einfließen. In Teilen sind sie bereits Gegenstand des im Konzept aufgezeigten Entwicklungsrahmens, beispielsweise in Bezug auf die Verbesserung der Wohnstandort- und Umfeldqualität. Ein Handlungsrahmen für die praktischen Arbeitsschritte – wie in der Anfrage skizzierte – Entwicklung des Wohnungsbestandes lässt sich ferner bereits aus den im Handlungsprogramm Wohnen der Stadt Remscheid (2012) fixierten Handlungsempfehlungen ableiten. Die relevanten Akteure für die Qualifizierung des Wohnungsbestandes sind die privaten Hauseigentümer.

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister