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Name:15/2156  
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:10.02.2016  
Betreff:Sachstandsbericht und Ausblick Kommunales Bildungszentrum
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Der FD 4.44 – Kommunales Bildungszentrum – zieht gut vier Jahre nach seiner Gründung eine grundsätzlich positive Bilanz. Das Leistungsspektrum der einzelnen Abteilungen wurde seit Gründung des FD 4.44 deutlich erweitert, indem z.B. im Bereich MKS Angebote speziell für Erwachsene und im Bereich VHS Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund (Integrationskurse, Kursangebote für Flüchtlinge zur Sprachförderung, etc.) neu geschaffen wurden. Darüber hinaus wurde in der Zentralbibliothek für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen das mit DS 14/1001 angekündigte Schülerlernzentrum eingerichtet und mit Lerngruppen gerechten Arbeitsplätzen sowie diversen neuen Medien ausgestattet. Die wirtschaftliche Entwicklung des Bildungszentrums im Ganzem stabil, und das, obgleich die Personalsituation aufgrund der doch erheblichen Stellenfortfälle innerhalb der letzten Jahre spürbar angespannter geworden ist und immer weniger MitarbeiterInnen immer mehr und immer neuen Aufgaben gegenüberstehen.

Um einen Einblick in die Gesamtsituation des Kommunalen Bildungszentrums zu geben, werden nachfolgend zunächst das Rechnungsergebnis der einzelnen Abteilungen für 2015 und die Entwicklung der Erträge sowie der Personalaufwendungen dargestellt. In einem zweiten Schritt werden dann spezifische Entwicklungen innerhalb der Abteilungen aufgezeigt und Herausforderungen genannt, denen sich Musik- und Kunstschule, Öffentliche Bibliothek und VHS aktuell gegenübersehen und die es zukunftsorientiert zu meistern gilt. Abschließend werden die abteilungsübergreifenden Aktivitäten innerhalb des FD 4.44 sowie die in 2015 erfolgten baulichen Maßnahmen skizziert und ein entsprechender Ausblick auf die Zukunft gegeben.

 

Zur wirtschaftlichen Entwicklung des FD 4.44

 

Die wirtschaftliche Situation des Kommunalen Bildungszentrums ist, wie eingangs gesagt, stabil. Trotz der Haushaltskürzungen im vergangenen Jahr ist es gelungen, in 2015 ein Rechnungsergebnis zu erzielen, das, bezogen auf das Bildungszentrum als Ganzes deutlich besser ist als die entsprechende Jahres-Soll-Vorgabe. Gemäß Teilergebnishaushalt der einzelnen Produkte beläuft sich der kommunale Zuschuss für das Jahr 2015 (Aufwendungen für ILV (Kalkulatorische Miete etc.) inbegriffen) auf 695.208,89 Euro für die Abteilung Volkhochschule, auf 746.559,51 Euro für die Abteilung Musik- und Kunstschule und auf 1.382.482,85 Euro für die Abteilung Öffentliche Bibliothek. Damit liegt die VHS 77.341,11 Euro unter dem entsprechenden Ansatz für das besagte Haushaltsjahr und sogar 79.300,76 Euro unter dem Rechnungsergebnis des Jahres 2014. Für die Abteilung Öffentliche Bibliothek fällt das Rechnungsergebnis sogar noch besser aus: Hier wird der Ansatz um 196.067,15 Euro unterschritten und das Ergebnis aus 2014 um immerhin 136.251,66 Euro. Im Bereich MKS konnte der Ansatz für das Jahr 2015 zwar nicht ganz erreicht werden (Überschreitung des selbigen um 27.659,51 Euro), doch konnte auch hier die kommunale Bezuschussung im Vergleich zum Jahre 2014 um 23.707,60 Euro verringert werden. Für den FD 4.44 bedeutet dies gesamt betrachtet, dass die Ansätze für 2015 um in Summe 245.748,75 Euro unterschritten wurden und das Vorjahresergebnis um immerhin 239.260,02 Euro verbessert werden konnte. Dies entspricht einer Verringerung der kommunalen Bezuschussung im Vergleich zu den Ansätzen um 8% und einer Verbesserung des Vorjahresergebnisses um 7,8%.

Im Bereich Weiterbildung (VHS) ist die positive Entwicklung des Rechnungsergebnisses insbesondere auf einen Zuwachs in Höhe von 67.538,37 Euro an Bundesfördermitteln zurückzuführen, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Rahmen der Durchführung der VHS-Integrationskurse gewährt wurden und die in dieser Höhe zum Zeitpunkt der Erstellung des Doppelhaushalts 2015/2016 nicht abzusehen waren. Im Bereich Bibliothek ist die Verbesserung des Jahresergebnisses vor allem in einer deutlichen Reduzierung der Personalaufwendungen (-152.746,02 Euro in 2015) begründet. Darüber hinaus profitieren beide Abteilungen von verringerten Aufwendungen im Bereich ILV Aufwand kalkulatorische Miete, was dafür spricht, dass die durch den Umzug der VHS-MitarbeiterInnen vom Ämterhaus in das Gebäude der Zentralbibliothek beabsichtigten Einsparungen nunmehr erstmals im Haushalt zu Buche schlagen.

Das im Vergleich zum Ansatz um 27.659,51 Euro zu hoch ausgefallene Rechnungsergebnis der Abteilung Musik- und Kunstschule hängt in erster Linie mit gestiegenen Aufwendungen für Honorare zusammen. Diese wiederum begründen sich damit, dass in 2013 fortgefallene, da kw-gesetzte Stellen zweier hauptamtlicher MitarbeiterInnen durch Honorarkräfte aufgefangen werden mussten, der Ansatz an dieser Stelle jedoch noch nicht angepasst werden konnte.

Schaut man sich die Entwicklung der Erträge sowie der Personalaufwendungen vom Zeitpunkt der Gründung des Kommunalen Bildungszentrums bis heute an, ergibt sich bezogen auf die einzelnen Abteilungen folgendes Bild: In der Abteilung Musik- und Kunstschule ist es gelungen, die Personalaufwendungen von 891.930,30 Euro auf 866.042,85 Euro in 2015 zu reduzieren und gleichsam die Erträge (= Einnahmen aus Unterrichtsentgelten, durchgeführten Schulkooperationen und Fördergeldern) von in Summe 416.138 Euro in 2012 auf im Durchschnitt 443.093 Euro (Mittelwert der Erträge 2013-2015) zu steigern. Ursächlich hierfür sind ein erweitertes Unterrichtsangebot sowie flexiblere Unterrichtsstrukturen wie etwa der Schnupperunterricht und/oder der Unterricht per 10er Karte, die das herkömmliche Unterrichtsangebot in fortlaufenden Einzel-, Zweier- oder Gruppenunterrichten sinnvoll ergänzen.

Im Bereich Öffentliche Bibliothek konnten die Personalaufwendungen ebenfalls gesenkt werden, und zwar um insgesamt 11,68 % von 1.142.269,65 Euro auf die vorgenannten 1.008.753,98 Euro. Die Erträge (temporär gewährte Fördermittel des Landes zur Einführung von RFID unberücksichtigt) sind von 114.291,04 Euro in 2012 auf 97.136,94 Euro in 2015 zurückgegangen. Grund hierfür ist vor allem ein Rückgang der Anzahl der aktiven Bibliotheksnutzer – ein Trend, der nahezu allen Öffentlichen Bibliotheken zu schaffen macht und der das veränderte Informationsverhalten der heutigen Gesellschaft widerspiegelt (Näheres hierzu unter Punkt „Spezifische Entwicklungen und Herausforderungen der einzelnen Abteilungen des Kommunalen Bildungszentrums).

Im Bereich VHS sind aufgrund von Personalwechsel und Tariferhöhungen zwar die Personalaufwendung gestiegen (627.041,82 Euro in 2012 gegenüber 771.296,31 Euro in 2015), doch konnten die Erträge in selbigem Zeitraum von 590.785,55 Euro auf 673.341,26 Euro gesteigert werden. Dies entspricht einer Steigerung von 13,97%. Die Teilnehmendenentgelte sind mit gut 220.000 Euro stabil geblieben, die Zuwendungen durch Land und Bund in Summe sind um 70.459,18 Euro gestiegen. Letzteres ist, wie weiter oben bereits angedeutet, vor allem der Durchführung von Sprachkursangeboten (Sprachförderkurse / Allgemeine Integrationskurse) für Migrantinnen und Migranten geschuldet, denen aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation eine immer größere Bedeutung zukommt. So wurden von 2015 bis zum heutigen Tage knapp 50 Kurse (Tests wie „Leben in Deutschland“ und Prüfungen wie „telc Deutsch A1-B1“ inklusive) für Menschen mit Migrationshintergrund durchgeführt. Dies entspricht zusätzlichen Fördergeldern durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Höhe von 84.249,72 Euro.

 

Spezifische Entwicklungen und Herausforderungen der einzelnen Abteilungen des Kommunalen Bildungszentrums

 

1.       Musik- und Kunstschule

Im Bereich MKS ist zunächst positiv herauszustellen, dass die im Jahr 2014 auf den Weg gebrachte neue Nutzungs- und Entgeltordnung zu einer deutlichen Stabilisierung der Anmeldezahlen geführt hat. So zählte die Abteilung Musik- und Kunstschule des Kommunalen Bildungszentrums gut 1.700 SchülerInnen in 2015 gegenüber gut 1.500 SchülerInnen im Jahr 2012. Weitere positive Entwicklungen sind der Ausbau der Schulkooperationen (aktuell 10) sowie der Kooperationen in der Kulturlandschaft z.B. mit dem WTT (seit 2014) und den Bergischen Symphonikern (seit 2015). Seit Schuljahresbeginn 2015 nimmt die Abteilung Musik- und Kunstschule darüber hinaus an JeKits (Bildungsprogramm „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“) teil, und zwar mit über 60 Kindern der Grundschule Mannesmann. Im Fachbereich Kunst wurde das Angebot in 2015 ausgebaut. Neu im Programm sind u.a. eine Keramik- und Druckwerkstatt sowie ein offenes Kursangebot in der Bökervilla an Samstagen.

Die Herausforderungen im Bereich MKS sind zahlreich, so dass an dieser Stelle nur zwei genannt werden sollen. Die erste große Herausforderung besteht in der Optimierung der räumlichen Situation der MKS, insofern das derzeitig genutzte Gebäude sehr beengt und noch dazu in Teilen stark renovierungsbedürftig ist. Außerdem erfordern die Durchführung inklusiven Unterrichts und dringend benötigter Kursangebote wie Musik- und Kunsttherapie Räumlichkeiten, die barrierefrei zugängig sind, was am aktuellen Standort nicht gegeben ist. Hier gilt es im Sinne der Kunden, aber auch der Mitarbeiterschaft, zeitnah eine dauerhafte, bedarfsorientierte Lösung zu finden.

Die zweite große Herausforderung wird sein, eine Lösung für die angespannte Personalsituation im Bereich MKS-Sachbearbeitung zu finden. Nach Fortfall einer Vollzeitstelle MKS-Sachbearbeitung in 2010 arbeiten hier nur noch zwei Teilzeitkräfte, von denen eine noch dazu schwer gesundheitlich beeinträchtigt ist. Trotzdem mit Gründung des Kommunalen Bildungszentrums eine 0,5 Stelle Stellvertretende Verwaltungsleitung geschaffen wurde, deren Aufgabe es ist, sich primär um den Tätigkeitsbereich Musik- und Kunstschule zu kümmern, zeigt sich gerade bei Großveranstaltungen wie „Jugend musiziert“ immer wieder, dass sich diese mit den gegebenen Personalressourcen schlichtweg nicht bewältigen lassen. Auch hier wird zukunftsweisend eine Lösung herbeizuführen zu sein.

 

2.        Öffentliche Bibliothek

Die Abteilung Öffentliche Bibliothek ist ein Stück weit das Sorgenkind des Kommunalen Bildungszentrums. Seit der erstmaligen Erfassung der Zahl der aktiven Benutzer der Bibliothek in 2005 ist deren Zahl kontinuierlich gesunken. In vergangenen Jahren hat sich dieser Negativtrend zwar deutlich verlangsamt, doch auch im Zeitraum 2012 bis 2015 hat sich die Zahl der aktiven Benutzer um gut 1.400 Personen verringert. Zwar ist davon auszugehen, dass seit Einführung der RFID-Technologie Familienmitglieder oftmals auf ein und denselben Ausweis ausleihen statt gesonderte Ausweise zu beantragen, aber dies täuscht nicht über den Rückgang der besagten aktiven Bibliotheksbenutzer (diejenigen Personen, die nachweislich Medien entleihen) hinweg. Für diesen Rückgang, der sich auch in der Anzahl der Ausleihen niederschlägt (444.083 Ausleihen in 2012 gegenüber 376.983 Ausleihen in 2015), gibt es dreierlei Gründe. Der erste Grund ist das bereits erwähnte geänderte Informationsverhalten der Gesellschaft, demnach immer mehr Menschen Informationen dem Internet statt Büchern, Zeitungen oder Zeitschriften entnehmen. Hinzu kommen im Falle der Abteilung Öffentliche Bibliothek des Kommunalen Bildungszentrums allerdings noch zwei weitere, nicht minder gewichtige Gründe. Diese sind 1) die sich seit 2012 hinziehenden baulichen Maßnahmen im Gebäude der Zentralbibliothek, die die Nutzer mittlerweile abschrecken und 2) signifikante Kürzungen der finanziellen Mittel, um Medien neu anzuschaffen und die Bibliothek für die Nutzer dauerhaft attraktiv zu gestalten. Im Hinblick auf die sich seit nunmehr vier Jahren hinziehenden baulichen Maßnahmen sprechen die Ausleihzahlen eine besonders deutliche Sprache. Hier lässt sich für die Ausleihen von Kinder- und Jugendmedien eindeutig nachweisen, dass diese zu den Zeiten, da die Kinder- und Jugendbibliothek im Sommer 2015 umgebaut und renoviert wurde, deutlich rückläufig waren. Dass sich die in der Vergangenheit erfahrenen Kürzungen im Bereich Geschäftsbedarf – dem Sachkonto, aus dem heraus die neu anzuschaffenden Medien finanziert werden müssen – negativ auf den Medienbestand und dessen Attraktivität auswirken, liegt auf der Hand. Zwar hat das Kommunale Bildungszentrum, Abteilung Öffentliche Bibliothek, mittels diverser Maßnahmen zur Optimierung der Kundenfreundlichkeit (Über-Mittag-Öffnung, Einführung von RFID, neue Angebote wie Schülerbibliothek, Willkommensregal und Selbstlernplätze für Flüchtlinge etc.) versucht, bestmöglich – und in vielen Fällen erfolgreich – gegenzusteuern, doch stößt die Bibliothek hier allmählich klar an ihre Grenzen. Um dies zu veranschaulichen, nachfolgend einige Zahlen, die das Ausmaß der Kürzungen deutlich machen: Im Jahr 2008 stand der Öffentlichen Bibliothek ein Budget in Höhe von 219.500 Euro zur Verfügung, das fast ausschließlich zur Anschaffung von Medien verwandt wurde. Binnen 7 Jahren, d.h. von 2009 bis 2015 wurde dieses Budget im Rahmen der Haushaltskonsolidierung (diverse Haushaltskürzungen, Beitrag von jährlich 10.000 Euro zum Erhalt der Bergischen Symphoniker, u.ä.) auf 74.300 Euro (!) reduziert. Dies entspricht einer Mittelkürzung von 66%. Diese Entwicklung wird im Sinne des Erhalts der Handlungsfähigkeit und Attraktivität der Öffentlichen Bibliothek zwingend zu überdenken sein.

 

3.        Volkshochschule

Die Arbeit der Abteilung Volkshochschule steht seit Ende 2014 ganz im Zeichen der aktuell gegebenen Flüchtlingsthematik, insofern der Bedarf an Sprachförder- und Integrationskursen seither unaufhaltsam gestiegen ist. Wenngleich es beispielhaft gelungen ist, mit dem Integrationskursbereich einen völlig neuen, qualitativ hochwertigen und äußerst effizient arbeitenden VHS-Bereich zu schaffen, bringt die nach wie vor ungebrochene Nachfrage nach entsprechenden Kursangeboten zwei Schwierigkeiten mit sich. Diese sind zum einen eine extreme Mehrbelastung der Verwaltungsabteilung und vor allem der zuständigen – noch dazu in Teilzeit beschäftigten – VHS-Bereichsleitung, die seit 2015 kontinuierlich erhebliche Überstunden leistet, um den Bedarfen der Menschen mit Migrationshintergrund in Remscheid Rechnung tragen zu können. Zum anderen bedingt die hohe Nachfrage nach Sprachförder- und Integrationskursen massive Raumnöte der Abteilung VHS, die, stünden weitere Unterrichtsräumlichkeiten zur Verfügung, noch deutlich mehr Angebote offerieren könnte als dies derzeit der Fall ist.

Überhaupt wird eine der großen Herausforderungen der Abteilung Volkshochschule sein, gemeinsam mit der Verwaltung Sorge dafür zu tragen, dass – anders als derzeit – künftig ausreichend adäquate Unterrichtsräumlichkeiten für VHS-Kursangebote zur Verfügung stehen. Trotzdem in der Vergangenheit bereits mehrfach signalisiert wurde, dass die räumlichen Kapazitäten der Volkshochschule in Gänze erschöpft sind – und dies nicht erst seit Einführung der VHS-Integrations- und Sprachförderkurse – ist bislang wenig geschehen, der VHS weitere Unterrichtsräumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Im Gegenteil: mit dem im August verfügten Umzug des VHS-Abschlusskursbereich vom Gebäude Hölterfeld zur Bökerhöhe sind für die Volkshochschule wertvolle Unterrichtsräumlichkeiten fortgefallen, die zur Durchführung von Sprach-, Kunst- und Tanzkursen fest eingeplant waren. Die Situation wird sich weiter verschärfen, wenn der derzeitige VHS-Yogaraum im Untergeschoss des Ämterhauses einer anderweitigen Nutzung zugeführt wird. Ohne adäquaten und kurzfristig zur Verfügung stehenden räumlichen Ersatz wird die Volkshochschule einen Großteil ihrer Entspannungskurse – und damit mehreren hundert zumeist Stammteilnehmenden – absagen müssen. Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich, insofern sie die ausgesprochen positive Entwicklung der Abteilung VHS in den vergangenen Jahre behindert, die Qualitätsretestierung gefährdet und zu derzeit nicht absehbaren Einbußen an Teilnehmenden, Entgelteinnahmen sowie ggf. Landesfördermitteln führen wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn das Pflichtangebot von 3.200 geförderten Unterrichtsstunden pro VHS-Bereichsleitung aufgrund fehlender räumlicher Kapazitäten nicht mehr durchgeführt werden kann.

Die skizzierte Situation ist umso bedauerlicher, als dass die Abteilung Volkshochschule in den kommenden Jahren einen umfassenden Personalwechsel im Bereich der Hauptamtlichen Pädagogischen MitarbeiterInnen erleben wird, der viel an Potenzial für die Abteilung nach sich ziehen wird. So werden bis 2019 drei der insgesamt vier Bereichsleitungsstellen aufgrund des altersbedingten Ausscheidens der jetzigen Stelleninhaber aus dem Dienst neu zu besetzen sein. Für die Volkshochschule bedeutet dies, dass sie sich in etlichen Bereich neu aufstellen und in Ergänzung zum altbewährten Lehrprogramm mit innovativen Kursangeboten aufwarten wird. Dies alles wird allerdings nur dann möglich sein, wenn umgehend Strukturen und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Raumbedarfen der Abteilung VHS adäquat Rechnung tragen und die Handlungsfähigkeit der Abteilung VHS dauerhaft sicherstellen.

 

Abteilungsübergreifende Aktivitäten innerhalb des FD 4.44

 

Mit Gründung des Kommunalen Bildungszentrums wurde innerhalb des Fachdienstes eine Arbeitsgruppe gebildet, die die inhaltliche Zusammenarbeit der Abteilungen koordiniert und gemeinsame Qualitätsstandards festlegt. Diese Arbeitsgruppe, in der VertreterInnen aller Abteilungen des FD 4.44 zu finden sind, hat sich am 16.09.2015 zusammengefunden, um gemeinsam ein Mission Statement und Leitbild für das Kommunale Bildungszentrum zu erarbeiten. Dieser Schritt wurde allgemein als sehr wichtig erachtet, um zu einer gemeinsamen Identität und Außenrepräsentation zu finden und das Konstrukt Bildungszentrum mit Inhalt und Leben zu füllen. Das in besagter Sitzung erarbeite Mission Statement für das Kommunale Bildungszentrum – KOBIZ: Kultur, Offenheit, Bildung und Information, zeitlebens und für alle – gibt das Selbstverständnis des FD 4.44 kurz und prägnant wieder. Der Schriftzug KOBIZ wird künftig auch als Logo des Kommunalen Bildungszentrums auf Briefbögen und der in 2016 erfolgenden Innen- und Außenbeschilderung des Fachdienstes erscheinen. Beides – Logo und Beschilderung – sind derzeit in Bearbeitung.

Eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen gab es in 2015 vor allem in den Bereichen der Flüchtlings- und Sprachförderarbeit, wo Angebote stetig aufeinander abgestimmt wurden. So hält die Abteilung Öffentliche Bibliothek u.a. Selbstlernmedien vor, die Flüchtlinge gezielt nutzen können, um sich auf die Teilnahme an VHS-Deutschkursen für Zugewanderte vorzubereiten. Dass es in 2015 – anders als geplant – kein gemeinsames Angebot für SchülerInnen zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten gab, hängt mit der extremen Mehrbelastung der für die Schülerkursplanung zuständigen VHS-Mitarbeiterin durch Integrations- und Sprachförderkurse zusammen.

 

Sachstand bauliche Maßnahmen und Ausblick

 

Die baulichen Maßnahmen im Gebäude der Zentralbibliothek kommen nach wie vor nur schleppend voran. Ende 2014/Anfang 2015 wurden im Rahmen mehrwöchiger Arbeiten die Kinder- und Jugendbibliothek renoviert und im Laufe des Jahres 2015 erste Vorarbeiten für den Brandschutz geleistet. Die baulichen Maßnahmen, die im Rahmen der Umsetzung des Brandschutzkonzepts vorzunehmen sind (Einziehen von Brandschutztüren, etc.) sind laut 1.28 – Gebäudemanagement – ausgeschrieben, so dass ein zeitnaher Beginn der Arbeiten in diesem Frühjahr zu erwarten ist. Das in Aussicht gestellte Bibliotheks-Farbkonzept mit unterschiedlichen Farbgebungen auf einer jeden Etage ist bislang leider nur zum Teil umgesetzt. Entsprechend verzögert hat sich damit auch die Innen- und Außenbeschilderung des Gebäudes, insofern die Farbgebung der Wandtafeln auf den jeweiligen Etagenanstrich abgestimmt sein sollte. Auch hier bleibt zu hoffen, dass die entsprechenden Arbeiten zeitnah in 2016 erledigt werden.

Inhaltlich stehen im Jahr 2016 im Bereich VHS die Nachbesetzung der Stellen HPM-Bereichsleitung Arbeit/EDV sowie HPM-Schulische Abschlüsse an. Darüber hinaus wird eine neue Honorarordnung erarbeitet werden, gemäß der das gezahlte Unterrichts-Standardhonorar von derzeit 16,50 Euro auf 19,00 Euro angehoben werden soll.

Im Bereich Öffentliche Bibliothek ist angedacht, Projektfördermittel für die Arbeit mit Flüchtlingen speziell im Kindes- und Jugendalter zu beantragen und eine umfassende Willkommensbibliothek für Zugewanderte bereitzustellen. Durch die Einrichtung von WLAN soll darüber hinaus die Akzeptanz der Einrichtung verbessert und das Arbeiten in der Bibliothek attraktiver gemacht werden.

 

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

entfällt

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


In Vertretung

 

Dr. Christian Henkelmann

Stadtdirektor

 

gesehen

 

Burkhard Mast-Weisz

Oberbürgermeister