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Name:15/2496  
Aktenzeichen:0.12
Art:Beschlussvorlage  
Datum:30.05.2016  
Betreff:Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Wuppertal
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Dokument anzeigen: Stellungnahme der Stadt Remscheid vom 25.05.2016 Dateigrösse: 100 KB Stellungnahme der Stadt Remscheid vom 25.05.2016 100 KB

Beschlussvorschlag

 

Die Stellungnahme der Stadt Remscheid vom 25.05.2016 zur Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Wuppertal wird beschlossen.

 


Begründung

 

In der Stadt Wuppertal ist im Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion am Döppersberg und auf dem Gelände eines vormals von der Post genutzten Gebäudes südlich der Bahntrasse die Ansiedlung eines Factory Outlet Centers (FOC) geplant. Auf Grundlage des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 954 Döppersberg (Festsetzung: Kerngebiet) liegt für einen ersten Bauabschnitt, der das Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion mit einer künftigen Verkaufsfläche von rd. 10.000 m² umfasst, ein positiver Bauvorbescheid vor. Der Standort der ehemaligen Bundesbahndirektion ist im Einzelhandels und Zentrenkonzeptes (EHZK) der Stadt Wuppertal  aufgrund der räumlichen Nähe sowie der exponierten Lage in Richtung zur Elberfelder City dem zentralen Versorgungsbereich Hauptzentrum Elberfeld zugeordnet. 

 

 

Dagegen wurde das südlich der Bahntrasse gelegene ehemalige Postgebäude, das ebenfalls als Teil des FOC entwickelt werden soll, ebenso wie die beide Bereiche verbindende  Fußgängerbrücke  und ein für den dritten Bauabschnitt vorgesehenes Grundstück entlang der Bahntrasse aufgrund der aktuellen städtebaulichen Situation (Zäsur durch die Bahntrasse, fehlende funktionsräumliche Anbindung an den zentralen Versorgungsbereich Elberfeld) im Rahmen des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Wuppertal nicht dem zentralen Versorgungsbereich zugeordnet.

 

Im Hinblick auf die Planungen des FOC wurde die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) beauftragt, die strukturellen und standortbezogenen Rahmenbedingungen in den beiden Hauptzentren der Stadt Wuppertal zu analysieren und die Möglichkeit und die Rahmenbedingungen einer Erweiterung des zentralen Versorgungsbereiches Elberfeld nach Süden, die Bahntrasse überschreitend zu prüfen.

 

Der der Stadt Remscheid zur Stellungnahme vorgelegte Bericht zur Beteiligung an der Fortschreibung/Änderung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Wuppertal (https://www.wuppertal.de/wirtschaft-stadtentwicklung/medien/dokumente/Wuppertal_EHK_FOC_Endbericht_1600404.pdf) kommt zu folgender zusammenfassender Kurzeinschätzung des Vorhabens:

„Bei  dem  Gebäude  der  ehemaligen  Bundesbahndirektion  handelt  es  sich zusammenfassend  um einen  guten  Innenstadtstandort,  das  jedoch  einige  atypische  Aspekte  mit  Blick  auf  die  Etablierung  eines  FOC  aufweist.  So  sind  außer  der  Innenstadtrandlage  die  nicht  optimale  überregionale  verkehrliche  Anbindung  für  den  motorisierten  Individualverkehr  als  auch  die  begrenzten (ebenerdigen  sowie  gesamt)  Flächenpotenziale  und  Stellplatzkapazitäten  zu  nennen.  Insofern kommt  dem  „Sprung  über  die  Bahntrasse“  eine  besondere  Bedeutung  für  die  Realisierbarkeit eines  FOC  mit  überregionalem  Einzugsgebiet  und  der  Zuführung  neuer  Kunden  nach  Wuppertal zu.  Die  Neuentwicklungen  im  Bereich  Döppersberg  (Geschäftshaus,  Geschäftsbrücke  sowie  ein 

mögliches  FOC)  werden  die  Stärkung  und  Konzentration  von  Handel  im  zentralen Bereich  der Elberfelder  City  zwischen  Hauptbahnhof  und  dem  nördlichen  Ende  der  Straße  Alte  Freiheit  beschleunigen.  Demgegenüber   besteht   die  Gefahr   bei   der   Ausweitung   des   zentralen   Versorgungsbereichs  Hauptzentrum   Elberfeld   auf   das   ehemalige   Postgelände,   dass  - neben   dem zweiten  Hauptzentrum  Barmen -  in  Elberfeld  v.  a.  das  Rathausviertel  und  der  westliche  Bereich  der  Herzogstraße  zunehmend  an  Bedeutung  verlieren.“ (GMA, S. 64)  

 

Eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereiches Elberfeld ist aus Sicht des Gutachters an folgende städtebauliche Voraussetzungen gebunden:

-      Die Integration des ehemaligen Postareals in den zentralen Versorgungsbereich sollte nur im Falle einer Erweiterung des FOC (2. Bauabschnitt) erfolgen.

-      Die Zugänglichkeit der Fußgängerbrücke aus dem öffentlichen Raum muss gesichert sein.

-      Die Ausrichtung der Eingänge des FOC sollte bei beiden Bauabschnitten zum Bahnhofsvorplatz erfolgen.

-      Die Realisierung des Geschäftshauses und der Geschäftsbrücke als fußläufig erlebbare Wegeverbindung mit attraktiver Nutzungsstruktur sind zwingende Voraussetzungen zur Verbesserung der Austauschbeziehungen zwischen FOC und den sonstigen Geschäftslagen.

 

Der vorgelegte Bericht enthält keine Prüfung der absatzwirtschaftlichen oder städtebaulichen Auswirkungen des FOC. Diese soll im Rahmen der Aufstellung des Vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1220V der Stadt Wuppertal, dessen Aufstellungsbeschluss am 30.04.2015 gefasst wurde, durchgeführt werden.

 

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass aus Sicht der Stadt Remscheid auf Grundlage der vorliegenden Untersuchung noch keine abschließende Beschlussfassung über Änderung des Einzelhandelskonzeptes möglich ist. Um eine fachlich qualifizierte und methodisch nachvollziehbare Grundlage für eine solche Entscheidung vorliegen zu haben, wäre eine wesentlich differenziertere Untersuchung der Auswirkungen auf alle von der Planung betroffenen zentralen Versorgungsbereiche erforderlich.

 

Die Nachbargemeinden, Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sind aufgefordert, zum Entwurf der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Wuppertal bis zum 27.05.2016 Stellung zu nehmen. Wegen des engen zeitlichen Rahmens für die Beschlussfassung zur Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes war eine Verlängerung der Frist zur Stellungnahme nicht möglich, d.h. die Abgabe der Stellungnahme vor der Beschlussfassung erforderlich.

 

Die vorbehaltlich der entsprechenden Beschlussfassung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses abgegebene Stellungnahme der Stadt Remscheid ist als Anlage beigefügt.

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

 

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

 

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister