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Name:15/3158  
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:19.01.2017  
Betreff:Der Sachstand „Anpassung an den Klimawandel“ im Rahmen des Projektes BESTKLIMA wird zur Kenntnis genommen.
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der Klimawandel bereits eingetreten und wird sich in Zukunft noch deutlich spürbar ausweiten. Bei allen Unsicherheiten, die die Klimamodelle aufweisen, insbesondere für kleinräumige Prognosen, kann gesagt werden, dass für die hiesige Region mit einer Zunahme der durchschnittlichen Temperatur, mit einer jahreszeitlichen Verschiebung der Niederschläge mit Zunahmen im Herbst und Winter und Abnahmen im Sommer sowie mit häufigeren und stärker ausgeprägten Extremwetterereignissen gerechnet werden muss.

 

Alle Bemühungen um die Verminderung der Treibhausgasemissionen können diese

Entwicklung nicht mehr vollständig aufhalten. Sie können jedoch die Auswirkungen begrenzen. Daher sind Klimaschutzmaßnahmen nach wie vor unerlässlich.

 

 

Am 07.11.2016 stellte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen den Bericht „Klimawandel in den Regionen Nordrhein-Westfalens – Regionale Ergänzungen zur Vorstellung des Berichts „Klimawandel und Klimafolgen in NRW“ vor. Dort werden die zu erwartenden Änderungen durch den Klimawandel beschrieben. Für das Bergische Land werden diese Aussagen getroffen:

 

„Süderbergland mit Bergischem Land, Sauerland und Siegerland

Die Mittelgebirgsregion Süderbergland mit Bergischem Land, Sauerland und Siegerland zeichnet sich durch relativ hohe Niederschläge von meist über 1.000 mm pro Jahr aus. Im Bergischen Land, einer typischen Luv-Region, fallen sogar bis zu 1.500 mm Niederschlag pro Jahr. In den höheren Lagen treten im Winter häufiger geschlossene Schneedecken auf, im Rothaargebirge um den Kahlen Asten und den Langenberg teilweise an mehr als 100 Tagen im Jahr. Die mittlere Jahrestemperatur im Süderbergland nimmt mit ca. 0,6 °C pro 100 Höhenmeter ab, wodurch im Rothaargebirge nur noch Durchschnittswerte von etwa 5 °C erreicht werden.

 

Das Süderbergland lässt sich als großes und relativ einheitliches Waldgebirge charakterisieren. Die Talböden stehen zumeist unter Grünlandnutzung, nur lokal nimmt das Ackerland größere Flächenanteile ein, wie z. B. im niederbergischen Bereich um Mettmann oder dem Leebereich des Rothaargebirges um Medebach.

 

Bereits eingetretene Klimaänderungen

Im Vergleich zur Klimanormalperiode 1951–1980 hat sich in der aktuellen Klimanormalperiode 1981–2010 die Jahresmitteltemperatur im Süderbergland zwischen 0,5 °C und 0,8 °C erhöht. Die Schneetage sind im Vergleich zum restlichen NRW überdurchschnittlich stark zurückgegangen; an der Station Kahler Asten wurde ein Rückgang zwischen 1955 und 2015 von fast 25 Tagen registriert. Die in dieser Region bereits vergleichsweise hohen Niederschläge an den Luv-Seiten der Gebirge haben im Vergleich zu Rest-NRW mit 100 mm bis 250 mm überdurchschnittlich zugenommen. Im Süderbergland wird mit die höchste Anzahl an Starkniederschlagstagen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet, die hier auch noch einmal tendenziell stärker als in den übrigen Landesteilen NRWs zugenommen haben.

 

Zu erwartende Klimaänderungen

Wie in ganz Nordrhein-Westfalen ist auch im Süderbergland mit einer weiteren Erwärmung zu rechnen. Aufgrund der Höhenlage wird aber die durchschnittliche Jahrestemperatur auch künftig geringer sein als in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens. Die mittleren Niederschläge werden im Süderbergland voraussichtlich weiter zunehmen und mit ihnen die Starkniederschlagstage. Darüber hinaus werden aufgrund der steigenden Temperaturen die Schneetage weiter zurückgehen und die Winterniederschläge vermehrt als Regen denn als Schnee fallen.

 

Landwirtschaft

Die projizierte Zunahme der Durchschnittstemperaturen und eine damit verbundene längere Vegetationszeit wirken sich tendenziell positiv auf die landwirtschaftlichen Anbaugebiete des Süderberglands aus. Jedoch ist trotz der zunehmenden wärmeren Bedingungen in den nächsten Jahrzehnten weiterhin mit Spät- und Frühfrösten zu rechnen, außerdem können Extremwetterereignisse wie Hagel, Sturm, Dürre und Starkregen Ackerkulturen zerstören.

 

Wald und Forstwirtschaft

Die Fichte, als bisher in der Region dominierende Baumart, bevorzugt feuchte und kühle Standorte, sie ist weniger trockenheits-und hitzetolerant. Daher wird sie aufgrund ihrer beschränkten Fähigkeiten zur Standortanpassung voraussichtlich an Konkurrenzkraft verlieren. Bei Aufforstungsmaßnahmen werden Überlegungen zu zukünftigen klimatischen Gegebenheiten des Standorts und der optimalen Baumartenwahl bereits heute berücksichtigt.

 

Wasser

Künftig verstärkt auftretende Starkregenereignisse können in Mittelgebirgslagen häufigere Abschwemmungen bewirken. Höhere Temperaturen lassen zugleich einen geringeren Sauerstoffgehalt und eine erhöhte Sauerstoffzehrung in den Gewässern erwarten.

 

Biologische Vielfalt und Naturschutz

Das Süderbergland besitzt eine Vielzahl an sensitiven Feuchtlebensräumen, beispielsweise die Bruch- und Sumpfwälder auf dem Rothaarkamm sowie die zahlreichen Fließgewässer und das Nass- und Feuchtgrünland der Region, die als besonders anfällig gegenüber dem Klimawandel gelten, da insbesondere in den Sommermonaten mit einer Verschlechterung der Wassersituation zu rechnen ist.

 

Tourismus

Das Sauerland ist die bedeutendste Wintersportregion Nordrhein-Westfalens. Durch die hohe Bedeutung, die der Wintertourismus in dieser Region hat, ist sie auch besonders anfällig gegenüber einem weiteren Rückgang der natürlichen Schneetage und dem Rückgang der Tage mit Beschneiungspotenzial.“

 

 

Bei der Anpassung an den Klimawandel geht es darum, durch geeignete Maßnahmen die

Belastungen, die Schäden, die Gefahren und die Folgekosten, die durch die klimatischen

Veränderungen eintreten werden, soweit wie möglich zu verringern. Die Anpassung an den

Klimawandel ist eine auf Dauer angelegte Aufgabe. Die notwendigen Maßnahmen müssen

schon heute vorbereitet bzw. eingeleitet werden, da frühzeitiges und vorausschauendes

Handeln die besten Erfolgsaussichten bietet. Bei vielen heute und in Zukunft zu treffenden

Entscheidungen sind die Auswirkungen des Klimawandels und die Maßnahmen zu deren Begrenzung unbedingt zu berücksichtigen, da diese oft für einen langen Zeitraum Wirksamkeit haben.

 

Vor diesem Hintergrund haben die Städte Solingen und Remscheid gemeinsam von Dezember 2011 bis März 2013 ein Konzept zu dem Themenkomplex „Anpassung an den Klimawandel“ erarbeitet.

 

Der beauftragte Gutachter hat neun verschiedene Strukturtypen definiert, die zur Analyse der möglichen Betroffenheit von den Auswirkungen des Klimawandels für die Stadtgebiete Remscheid und Solingen betrachtet wurden. Dabei handelt es sich um Kategorien, die sich in der Verdichtung der Siedlungsbereiche unterscheiden, Gewerbe- und Industrieflächen, öffentliche Grünflächen (Rasenflächen, Flächen mit Baumbestand, Freizeit- und Erholungsflächen, Kleingartensiedlungen), Freiland (unbebaute Flächen, landwirtschaftlich genutzte Flächen), Wald sowie Gewässer.

 

Auf dieser Grundlage wurde das Stadtgebiet Remscheid in 278 Teilflächen gegliedert, die

jeweils einen dieser Strukturtypen zugeordnet worden sind. Diese Gliederung bildet die Basis

für alle flächenbezogenen Darstellungen. Die Ergebniskarten liefern Hinweise, in welchen räumlichen Bereichen es durch das Zusammentreffen verschiedener Eigenschaften Anhaltspunkte dafür gibt, dass eine erhöhte Exposition, Sensitivität oder Betroffenheit gegenüber dem Klimawandel bestehen könnte. Es wurden Darstellungen entwickelt, die grob Auskunft geben, welche Art und welcher Grad von Betroffenheit (z.B. mittlere oder erhöhte Betroffenheit gegenüber Hitze) auf den einzelnen Teilflächen grundsätzlich vorliegen kann. Grundstücksbezogene Beurteilungen sind damit nicht möglich. Die Kartendarstellungen beinhalten keine Prognosedaten aus Klimamodellen.

 

Anmerkung: Exposition: beschreibt das „Ausgesetztsein“ von Menschen, Naturgütern oder Sachgütern gegenüber Klimaänderungen an einem Standort.

Anmerkung: Sensitivität: beschreibt, wie empfindlich die Menschen, Natur- und Sachgüter auf die Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen reagieren.

 

 

Die grundsätzlich relevanten Handlungsfelder bei der Anpassung an den Klimawandel sind:

Wasserwirtschaft

· Hochwasser(schutz)

· Abwasserbeseitigung

· Talsperrenbewirtschaftung

· Kühlwasserentnahme

· Gewässerökologie

· Trinkwasserversorgung

 

Landwirtschaft und Boden

· Sorten und Artenauswahl

· Aussaattermine/Erntezeiten

· Fruchtartenspektrum

· Bodenbearbeitung (Erosion, Wasserverbrauch)

· Ertragssicherheit / Absicherung von Ernteausfällen (z.B. in Folge von Hagelschlag)

 

Biologische Vielfalt und Naturschutz

· Biotopveränderungen (z.B. von Feuchtlebensräumen)

· Veränderung der Artenzusammensetzung (z.B. Ausbreitung neuer Arten)

· Auswirkungen auf Arten durch klimatische Stressfaktoren

 

 

Wald und Forstwirtschaft

· Baumartenwahl

· Windwurfgefährdung und Bodenerosion

· Wiederbewaldungskonzepte

· Waldbrandvorsorge

· Veränderung der Forstschädlinge (Art, Ausmaß, etc.)

 

Tourismus

· witterungsbedingte touristische Nachfrageänderungen

· klimatisch bedingte Veränderungen des Landschaftsbildes

 

Gesundheit

· Verbreitung von Krankheitserregern (z.B. durch die Ausbreitung von Mücken und Zecken)

· direkte und indirekte Gefährdung bei Extremwetterereignissen (z.B. Hitzebelastung, etc.
   oder Behinderung von Rettungswegen)

· Bevölkerungsschutz, Gesundheitsversorgung, Pflege

 

Gewerbe und Industrie

· Anordnung/Stellung von Gebäuden

· Standortwahl

· Gestaltung von Betriebsgeländen und -gebäuden (eigene Gefährdung bzw. ausgehende
   Gefährdung bei Extremereignissen)

· witterungsabhängige Güter und Transportwege

· Mitarbeiterschutz

 

Siedlungsbereich

· Anordnung/Stellung von Gebäuden

 

Gebäudegestaltung (z.B. Dach- und Fassadenbegrünung, hochwasserangepasste Bauweisen)

· Bebauungsgrenzen

· Grünstrukturen

· Wasserflächen

· Bodenentsiegelung

· technische Infrastruktur

· soziale Infrastruktur

 

Im nächsten Arbeitsschritt wurden 36 Maßnahmen entwickelt und in Form von standardisierten Steckbriefen dargestellt. Hiervon zielen elf auf den Bereich „Hitze“, neun auf „Starkregen/Hochwasser“ und fünf auf „Wind/Sturm“ ab. Daneben sind elf Vorschläge als übergreifende Maßnahmen anzusprechen.

 

1.    Kompetenznetzwerk Klimaanpassung in der Stadtverwaltung

2.    Regionale Kooperationen zur Umsetzung der Anpassungsstrategie

3.    Klima-Check in Sitzungsvorlagen darstellen

4.    Klimaanpassung als Bewertungskriterium in öffentlichen Ausschreibungen und Wettbewerben

5.    Klimaangepasste Bauleitplanung

6.    Planungsleitlinien und einheitliche Bewertungsstandards zur Klimaanpassung

7.    Klimaverträglicher Stadtumbau

8.    Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur Klimaanpassung nutzen

9.    Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung innerhalb der Bevölkerung für das Thema Klimaanpassung

10.  Akquise von Fördermitteln

11.  Klimamonitoring

12.  Siedlungsklimatische Modellierung für das Bergische Städtedreieck

13.  Sicherung des Klimakomforts in Gebäuden

14.  Sicherung von Kaltluftentstehungs- und Abflussbereichen

15.  Sicherung und Aufwertung siedlungsklimatisch relevanter Grünstrukturen

16.  Konzept zur Vorbereitung auf Hitzewellen

17.  Aufbau eines lokalen Hitzewarnsystems

18.  Hitzewellen als Szenario in der Einsatzplanung

19.  Vorsorge gegen Hitzebelastung im öffentlichen Verkehr

20.  Vermeidung von Straßenschäden in Folge von Hitzeereignissen

21.  Verringerung der Hitzebelastung im Straßenraum

22.  Waldbauliche Strategien in Bezug auf steigende Temperaturen und Hitzewellen

23.  Erfassung von Fließwegen und Mulden

24.  Analyse des Überflutungsrisikos bei Starkregen

25.  Monitoring von Überflutungsschäden und Optimierung von Hilfseinsätzen

26.  Ganzheitlicher Ansatz zum Regenwassermanagement

27.  Planerische Flächenvorsorge zum Überflutungsschutz bei Starkregen und Hochwasser

28.  Ermittlung weiterer Retentionsräume

29.  Beratung und Information zur privaten Überflutungsvorsorge

30.  Anpassung der Verkehrsinfrastruktur im Hinblick auf Überflutungen

31.  Dialog mit der Landwirtschaft zu den Themen Schutz vor Hochwasser und Wassererosion

32.  Anwendung kleinräumiger Prognosemodelle zur Starkwindentwicklung

33.  Prüfung von Gebäuden hinsichtlich der Windlasten

34.  Überprüfung des Baumbestands in der Nähe von Verkehrsinfrastrukturen im Hinblick auf Starkwind

35.  Einführung einer digitalen forstlichen Standortkartierung in der Forstwirtschaft

36.  Waldbauliche Strategien in Bezug auf Starkwindereignisse

 

Viele Maßnahmenvorschläge stellen Neuland dar. Einige werden bereits schon im Rahmen der originären Aufgaben verfolgt oder sind bereits Gegenstand von gesetzlichen Vorgaben, wie z.B. forstliche Maßnahmen oder das Hochwasserrisikomanagement. Diese Maßnahmen beziehen sich nicht nur auf Aktivitäten städtischer Fachdienste sondern auch auf andere Akteure wie beispielsweise der Wupperverband oder die Landwirtschaftskammer, die ebenfalls bei der Umsetzung der Maßnahmen gefordert sind.

 

Um diesen umfangreichen Aufgabenkatalog anzugehen, wird zurzeit das Projekt „BESTKLIMA - Umsetzung und Qualitätssicherung des Klimaanpassungskonzeptes im Bergischen Städtedreieck“ umgesetzt.  Das Projekt wird vom 01.10.2014 – 30.09.2017 gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Förderprogramms für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (Förderkennzeichen 03DAS039). Fördernehmer ist das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen (ISB).

 

Überblick über den Sachstand der angestoßenen Maßnahmen in Remscheid:

-        Bildung eines Kompetenz-Teams
Da das Thema Klimaanpassung fachübergreifend zu betrachten ist, ist eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Fachdienste Umwelt, Gesundheitswesen, Stadtplanung, Gebäudemanagement, Forst und Grünflächen, Wirtschaftsförderung, Naturschutz, Feuerwehr gebildet worden.

 

-        Teil-Team „Hitze“
Mit den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels beschäftigt sich ein Teil des Kompetenz-Teams intensiver. Dazu hat ein Treffen mit verschiedenen Akteuren aus dem Gesundheitsbereich auf Einladung der Fachdienste Gesundheitswesen und Umwelt stattgefunden. Zur Sensibilisierung zu diesem Thema hat eine Vorstellung der Anpassungsstrategie in verschiedenen Gremien wie beispielsweise der Gesundheitskonferenz und der Konferenz „Alter und Pflege“ stattgefunden. In Vorbereitung ist eine Broschüre zum Thema Hitze für verschiedene Zielgruppe mit Verhaltenstipps zum Umgang mit Hitze. Zur intensiveren Betrachtung der in der Anpassungsstrategie genannten elf Maßnahmen 2017 intensiver beleuchtet und in einer kurzen „Hitze-Strategie“ mit den zuständigen Akteuren besprochen.

 

-        Erstellung einer Simulation der Fließwege und Mulden zum Umgang mit Starkregenereignissen
Durch ein beauftragtes Ingenieurbüro (Kostenübernahme durch die RWTH Aachen im Rahmen Projektes) ist die Simulation für das Stadtgebiet erstellt worden. Die Berechnungen zeigen die Auswirkungen von Regenereignissen in unterschiedlicher Intensität und es kann festgestellt werden, welche Flächen im Stadtgebiet von Wasseransammlungen betroffen sein könnten. Wichtig ist dabei zu beachten, dass es sich um Simulationen handelt!
Eventuell betroffene Gebäudebesitzer (Betriebe, private Gebäudebesitzer) sollen informiert werden, dazu wird 2017 eine Kampagne vorbereitet.

 

-        Klima-Modellierung
In Vorbereitung befindet sich eine Karte mit siedlungsklimatologischen Parametern sowie Planungshinweise zu sensiblen räumlichen Zusammenhängen, die in Planverfahren angewendet werden soll.

 

-        Entwicklung eines Qualitätsmanagementsystems
Analog des European Energy Awards, dem Qualitätsmanagementsystems für den Bereich Klimaschutz, soll auch für die Anpassung an den Klimawandel ein System entwickelt werden. Damit soll ein Instrument zur Verankerung, Entwicklung und kontinuierlichen Verbesserung von Klimaanpassungsstrategien innerhalb der Verwaltung und bei weiteren relevanten Akteuren entstehen. Den „Prototyp“ eines Anpassungs-QMS wird vor Ende des Projektes innerhalb der Verwaltung angewandt um Praxiserfahrungen zu gewinnen.

 

-        Umfrage und Messungen im Bereich Ostbahnhof
Zum Umgang mit Hitze (Hitzeempfinden und mögliche Abkühlungsräume) ist im Sommer 2016 eine Umfrage bei Bewohnerinnen und Bewohnern im Bereich Ostbahnhof durchgeführt worden. Auch Experten (z.B. Ärzte mit Praxen in untersuchten Bereich oder Pflegedienste) wurden befragt. Gleichzeitig wurden an einem heißen Sommertag verschiedene Messungen zu Temperatur und Windgeschwindigkeit durchgeführt. Als nicht dicht besiedelter Bereich wurde im Grünzug Kuckuck gemessen, um die Unterschiede „Innenstadt – Außenbereich“ festzustellen. 

 

-        Ansprache der Zielgruppe „Gewerbeunternehmen“
Mit den Wirtschaftsförderungen und der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid sind verschiedene zielgruppengerechte Möglichkeiten der Sensibilisierung zum Thema  besprochen worden. Ein vorhandener umfassender Leitfaden, der für die Städteregion Aachen von der RWTH Aachen erarbeitet wurde, wird für das Bergische Städtedreieck angepasst. Ein ebenfalls für die Städteregion Aachen vorhandener Vulnerabilitäts-Check im Internet, der Betrieben eine schnelle Übersicht über eventuelle Betroffenheiten aufzeigt, wird auf der Homepage der IHK und den städtischen Homepages eingebunden. Über die Mitgliederzeitschrift der IHK wird es verschiedene Artikel zur Anpassung an den Klimawandel geben und so auf diese Weise für das Thema sensibilisieren.


Anmerkung: Gemäß der Definition des Weltklimarats ist Vulnerabilität das Maß, zu dem eine Person, Region oder ein System gegenüber nachteiligen Auswirkungen von Klimaänderungen anfällig ist und nicht damit umgehen kann. Dabei wird die Vulnerabilität bzw. Verwundbarkeit als eine Funktion von Exposition, Sensitivität und Anpassungsfähigkeit verstanden.

 

-        Erarbeitung eines Leitfadens „Klimaschutz und Klimaanpassung in der Bauleitplanung“
Der vorhandene Leitfaden zum Thema Klimaschutz wird um die Aspekte Klimaanpassung erweitert. Die Erweiterung wird ebenfalls mit der Stadtplanung abgesprochen. Die Praxistauglichkeit des Leitfadens wird als Planspiel in den drei Städten erprobt. Der Leitfaden dient der Implementierung von Klimaaspekten in der Stadtplanung und die Anwendung bei allen Bauleitverfahren.

 

-        Bergisches Klimaforum
Zur Darstellung des Zwischenstandes „Anpassung an den Klimawandel“ in den Bergischen Großstädten wurde am 27.09.2016 für die Fachöffentlichkeit das Bergische Klimaforum durchgeführt. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich in der ganztägigen Veranstaltung, die um das Thema „Klima“ ganzheitlich abzudecken, auch Aspekte des Klimaschutzes darstellte.

 

 

Der Klimawandel ist im Gange und er zeigt sich als ein äußerst vielschichtiger Prozess. Wie er tatsächlich verlaufen könnte, ist Gegenstand intensiver Forschung und Diskussion in der Wissenschaft. Gleichzeitig wird auf staatlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene gehandelt um den Klimawandel durch Schutzmaßnahmen zu begrenzen. Gerade aus kommunaler Sicht macht Warten keinen Sinn, denn die Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend spürbar. Spürbar heißt immer: Vor Ort – also in Remscheid – deshalb muss hier, angepasst an die lokale Situation, die Klimaanpassung funktionieren. Das Fundament ist in Remscheid mit der Anpassungsstrategie und den ersten Maßnahmen zur Umsetzung gelegt. Die Kompetenzbildung innerhalb der Stadtverwaltung ist noch zu verstärken.

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


In Vertretung

 

Barbara Reul-Nocke

Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit und Recht

 

 

Kenntnis genommen

Mast-Weisz

Oberbürgermeister