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Name:15/3891  
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:29.08.2017  
Betreff:Projektbericht Sprache+ - Deutsch lernen in Aktion
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Projektbericht „Sprache + - Deutsch lernen in Aktion“

 

Die Idee:

Das Projekt Sprache+ – Deutsch lernen in Aktion bietet neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 21 Jahren Freizeit- und Begegnungsmöglichkeiten mit integrierter Sprachförderung. In verschiedenen Kursangeboten können die Teilnehmenden beispielsweise Remscheider Sportangebote kennen lernen oder ein Kickboard bauen. Dabei müssen sie im Team arbeiten, gemeinsam Aufgaben lösen und die deutsche Sprache anwenden. Sie können ihren Wortschatz erweitern und sicherer in der mündlichen Kommunikation werden. Die Kernprinzipien sind dabei die Förderung der Sprachlern-motivation, Sprachlernbewusstheit und Lernerautonomie.

Der Schulalltag stellt in der Regel hohe Anforderungen an neuzugewanderte Kinder und Jugendliche, da sie kontinuierlich mit einer noch fremden Sprache und Umgebung konfrontiert sind. Der ganzheitliche Ansatz von Sprache+ – Deutsch lernen in Aktion soll den Lernenden ermöglichen, losgelöst vom schulischen Kontext ihre Sprachkenntnisse in Deutsch zu erweitern und einen Kompetenzverlust durch die Schulferien zu verhindern. Der praktische Charakter des Angebots fördert die Motivation und die positive Einstellung gegenüber der Sprachförderung. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die bisher nur wenig positive Sprachlernerfahrungen in der Schule sammeln konnten, können sich einem handlungsorientierten Angebot leichter öffnen. Die deutsche Sprache ist für die Lernenden nicht nur ein Lerngegenstand, sondern Mittel zum Zweck, da sie sie für die Kommunikation im Angebot benötigen. Dabei spielen Motivation und Sinnhaftigkeit eine fundamentale Rolle im Spracherwerb. Sprache+ – Deutsch lernen in Aktion zeichnet sich außerdem durch einen offenen Ansatz aus, der es ermöglicht auch in heterogenen Gruppen auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden einzugehen. Am Ende jedes Projekttags reflektieren die Lernenden ihren Lernzuwachs. Außerdem lernen sie Methoden und Werkzeuge kennen, die es ihnen ermöglichen sollen, selbstständig in und außerhalb der Schule ihren Lernprozess mitzugestalten.

 

 


Die Organisation:

 

Die Finanzierung des Gesamtprojektes wird ermöglicht durch eine Förderung der Volksbank sowie durch Mittel der Edelhoff Stiftung.

 


Die Umsetzung:

 

Das Sommerangebot fand  im Zeitraum von 24.07. – 04.08.2017 statt.

 

Kurs 1: Deutsch lernen in Bewegung

Von 64 angemeldeten, haben durchschnittlich 44 regelmäßig teilgenommen.

Im Rahmen des Projektes wurden neben den Übungsleiter*innen aus Sportvereinen auch ca. 10 Gruppenhelfer*innen zwischen 13 – 17 Jahren eingesetzt, die in der Woche vor dem Projekt vom Sportbund theoretisch ausgebildet wurden. In der ersten Woche hatten sie ihren ersten Praxiseinsatz. Fast alle Teilnehmenden der Gruppenhelferausbildung haben im letzten Jahr an der „Sommerschule“ teilgenommen.

Die Sprachförderspiele wurden von den Jugendlichen sehr gut angenommen; sie waren mit Ehrgeiz dabei. Auch die Wortschatzkisten sind gut angekommen. In der letzten Viertelstunde wurden jeweils neue Wörter auf Kärtchen geschrieben. Die Wörter wurden bis zum nächsten Tag von den Betreuerinnen korrigiert, so dass gewährleistet war, dass die neuen Wörter korrekt gelernt werden konnten.

 

 

Es wurde als positiv bewertet, dass es sich um ein geschlossenes Angebot handelte, d.h. nur die, die sich im Vorfeld angemeldet hatten, konnten teilnehmen. Dadurch entstand mehr Planungssicherheit und es vereinfachte das Üben von Struktur und Regelmäßigkeit. Jeder Tag war gleich strukturiert: 30 Minuten Sprachförderspiele, 60 Minuten verschiedene Sportarten (Hip-Hop-Tanz, Selbstverteidigung, Taekwondo, Leichtathletik, Ballspiele und Trendsportarten) in Kleingruppen und 30 Minuten gemeinsame Großgruppenspiele und Sammeln der neuen Wörter.

Aus Sicht der Teilnehmer*innen wurde bemängelt, dass keine deutschen Kinder an dem Projekt teilnehmen. Wenn bei einem Folgeprojekt die einzelnen Sportvereine mehr Trainer*innen stellen könnten, wäre eine noch größere Nachhaltigkeit  gegeben, da der Übergang vom Projekt zum Vereinssport fließender wäre.

Die Jugendlichen, die regelmäßig teilnahmen, bekamen am Ende eine Belohnung: die, die Schwimmen konnten, Eintrittskarten für das Freibad Eschbachtal, und die anderen einen Gutschein für einen Schwimmlernkurs.

Die sportinteressierten Kinder wurden in spezielle Vereinsangebote vermittelt, je nach individueller Vorliebe. Darüber hinaus wird ein Mädchenkurs Taekwondo mit ca. 11 Teilnehmerinnen nach den Sommerferien starten.

Aus Sicht des Sportbundes wäre es sinnvoll, Multiplikator*innen in den einzelnen Sportvereinen zu gewinnen, um den Brückenschlag zwischen dem Sportbund und den einzelnen Vereinen weiter auszubauen. Durch das Projekt war ein Kontakt zur Zielgruppe möglich und es konnten weitere Erfahrungen mit kultursensiblem Sporttraining gesammelt werden, die sich möglicherweise durch eine Fortbildung für Übungsleiter*innen zur Thematik vertiefen lassen.

 

 

 

 

 

Kurs 2: Deutsch lernen an der Werkbank

Im Kurs 2 haben 7 Jugendliche im Alter von 14 – 21 Jahren im Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) eine Woche an einem Kickboard-Workshop teilgenommen. Hier konnten die Teilnehmer nicht nur eine Berufsfelderkundung im Bereich Metall durchlaufen, sondern auch an der Werkbank die Kenntnisse der deutschen Sprache ausbauen. Alle haben im Evaluationsbogen beste Bewertungen abgegeben.

 

Kurs 3: Deutsch lernen bei Leckerem aus Garten und Küche

Kurs 4: Deutsch lernen bei „Renovierungsarbeiten leicht gemacht“

Kurs 5: Deutsch lernen in „Schnupperfahrschule“, beim Hip-Hop  und Klettern

Die Module 3-5 wurden gemeinsam von der Arbeit Remscheid gGmbH und der Diakonie durchgeführt.

Von 30 angemeldeten Teilnehmer*innen haben 19 Mädchen und Jungen im Alter von 17 – 25 Jahren teilgenommen.

In den einzelnen Gewerken  begleiteten Paten - Jugendliche gleichen Alters - die jungen Flüchtlinge die ganze Woche über. Die Verständigung verlief aufgrund der guten Sprachkenntnisse, aber auch aufgrund der Offenheit und gegenseitigen Neugier aufeinander reibungslos.

Am Montag, Dienstag und Donnerstag arbeiteten die Jugendlichen gemeinsam in den unterschiedlichen Gewerken und Modulen (Kochen, Gärtnern, Renovieren, Schnupperfahrschule, HipHop -Tanz, Klettern). Sie lernten beim aktiven Tun fachspezifische Begriffe kennen und erörterten auch die kulturellen Unterschiede bei der Arbeit und im Tun miteinander.

Am Mittwoch bei der Geocaching-Tour im Umfeld des Freizeitparks Kräwinklerbrücke an der Wuppertalsperre lernten die TN, welche reizvollen Möglichkeiten ihre neue Heimat Remscheid  auch bieten kann. Die Gruppen wurden mit Paten gemischt und während der Suche nach den Cashs ergaben sich sehr intensive Gespräche unter den Teilnehmenden.  – mit der Gesamtgruppe Kontext unklar

Bei der Schnupperfahrschule erhielten die TN einen theoretischen Einstieg über alles, was man in Deutschland beim Erwerb eines Führerscheins beachten muss. Anschließend konnten die Jugendlichen in einem Fahrschulwagen erste praktische Fahrerfahrungen auf dem Schützenplatz machen.

Am Freitag wurde dann in der Alten Stadtgärtnerei eine kleine Abschlussfeier veranstaltet. An der Vorbereitung der Bergischen Kaffeetafel waren die Jugendlichen beteiligt.

 

Fazit:

 

Alle Projektpartner sind sich einig, dass bei zukünftigen Projekten der Kontakt mit Remscheider Kindern und Jugendlichen weiter ausgebaut werden soll. Im Sinne der Integration sollte der Zugang von neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen zum regulären Ferienangebot der Kinder- und Jugendhilfe in Remscheid gewährleistet sein.

Hierbei kommt den Schulen eine enorme Bedeutung als Vermittler zu. Besonders die Lehrer*innen in den Seiteneinsteigerklassen spielen hier eine wichtige Schlüsselrolle.

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Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister