BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:15/4346  
Aktenzeichen:5.12.1
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:06.12.2017  
Betreff:Antwort auf die Anfrage der CDU: Aufwertung und Ertüchtigung der Unterführung am Friedrich-Ebert-Platz
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Klima-Check

Keine Relevanz

Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Gegenstand der im Betreff genannten Anfrage sind die folgenden Fragen:

 

1.         Inwiefern kann der Fußgängertunnel am Friedrich-Ebert-Platz aus Sicht der Verwaltung im Sinne des „Wohlfühlfaktors“ aufgewertet und im Sinne vor allem des subjektiven Sicherheitsempfindens ertüchtigt werden?

2.         Wie teuer wären diese Maßnahmen (Bitte um eine Kostenschätzung)?

3.         Welche Lösung wäre aus Sicht der Verwaltung voraussichtlich sicherer für Fußgänger und Autofahrer: Die bisherige Tunnellösung oder eine weitere Fußgängerampel?

 

Zu den Fragen nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Vorbehaltlich der Beibehaltung der Unterführung und der Beachtung der zur Frage 3 genannten Hinweise auf die einschlägigen Richtlinien besteht grundsätzlich die Möglichkeit, den Tunnelraum durch eine Farbgestaltung und/oder Beleuchtung aufzuwerten und hinsichtlich des subjektiven Sicherheitsempfindens zu ertüchtigen. Im Anhang „Projektsteckbriefe“ zu dem vom Rat beschlossenen „Revitalisierungskonzept“ (http://www.remscheid.de/Remscheid_Tourismus/medienpool/dokumente010/Konzept_zur_Revitalisierung_der_Innenstadt_Anhang.pdf) ist die Maßnahme 1.8 „Fußgängerunterführung“ explizit an einem Beispiel beschrieben.

 

 

Zu 2.:

Die Kosten für den unter 1. beispielhaft genannten Vorschlag werden im Revitalisierungskonzept mit rd. 143.000 € angegeben.

 

Zu 3.:

Aus Sicht der Verwaltung sind bei der Bewertung der Planalternativen folgende Gesichtspunkte relevant:

 

  • Grundsätzlich ist die Alternative einer Unterführung allein aus verkehrlicher Sicht eine sichere Lösung für die Querung einer verkehrsreichen Straße.
  • Die vorhandene Unterführung der Elberfelder Straße ist allerdings nicht barrierefrei, weil die Rampen mit 11% Steigung zu steil sind und keine Zwischenpodeste haben. Erforderlich wären Rampen mit max. 6% Steigung, wobei nach jeweils 6 m Rampenlänge ein ebenes Zwischenpodest mit 1,50 Länge vorzusehen ist. Insgesamt würde das einer durchschnittlichen Steigung von ca. 5% entsprechen. Daraus resultiert eine Rampenlänge von bis zu 96 m (für 4,80 m Höhenunterschied und 5% Gefälle). Für diese Rampen würden angemessene Aufstellflächen nicht zur Verfügung stehen. Entsprechend große Rampen beeinträchtigen darüber hinaus das Stadtbild nachhaltig.
  • Hinzu kommt, dass der Tunnel für viele Einwohner einen Angstraum darstellt, der zudem im Regelfall durch Schmierereien und Unrat verunreinigt ist.
  • Nach den aktuellen Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06, Abschnitt 6.1.8.8) sollen bestehende Unterführungen mittel- bis langfristig durch plangleiche Überquerungshilfen ersetzt bzw. ergänzt werden.

 

Resümee:

Eine Aufwertung des bestehenden Tunnels allein ist nicht ausreichend, weil eine barrierefreie Querung geschaffen werden muss. Der Tunnel könnte also allenfalls noch als zusätzliche Querung angeboten werden. Dieses wäre aber dann mit Blick auf die Betriebskosten des Tunnels zu hinterfragen. Auch die soziale Kontrolle im Tunnel würde sich verringern, weil sich die Anzahl der Fußgänger dann auf zwei Querungen verteilen würde.

 

Bei einer Unterführung für Fußgänger entfällt zwar das Risiko, dass Fußgänger oder Kraftfahrer das Rotlicht missachten, allerdings ist das Risiko überschaubar, wenn man im Vergleich die große Zahl der in Remscheid bereits vorhandenen Ampeln betrachtet. Ausschlaggebend sind in Bezug auf Sicherheit daher die Angstraumsituation und die fehlende soziale Kontrolle. In 2017 hat es zudem zwei Überfälle im Tunnel gegeben.

 

Die für die Verwaltung verbindliche Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06, Abschnitt 6.1.8.8) beinhaltet die Vorgabe, dass bestehende Unterführungen innerhalb bebauter Gebiete mittel- bis langfristig durch plangleiche Überquerungshilfen ersetzt oder ergänzt werden sollten.

 

Aus planerischer Sicht wird eine Fußgängerampel, die vorschriftsmäßig geplant und installiert wird, als die sicherste Lösung für Fußgänger erachtet.

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


In Vertretung

 

Heinze

Beigeordneter

 

 

 

 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister