BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:15/4827  
Aktenzeichen:4.12.1
Art:Mitteilungsvorlage  
Datum:12.04.2018  
Betreff:Beantwortung der Anfrage der Fraktion DIE LINKE vom 10.04.2018; "Beleuchtungskonzept für die Remscheider Innenstadt"
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Klima-Check

Die Beantwortung der Anfrage hat unmittelbar keine Klimarelevanz. Im Rahmen der späteren Umsetzung des geplanten Beleuchtungskonzeptes kann durch den Einsatz moderner Lichttechnik ein Energiespareffekt verbunden mit einem verringerten CO2-Ausstoß erzielt werden.

 

Mitteilung der Verwaltung

Die nachfolgende Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Die genannte Anfrage enthält die folgenden Fragestellungen:

 

1.      Inwiefern berücksichtigt das lichtplanerische Konzept die besondere Lage der Remscheider Innenstadt auf der weithin sichtbar freiliegenden Bergkuppe auf einer Höhe von 365 m N.N. + Gebäudehöhe des Rathauses (ca. 60 m) bei dessen Beleuchtung?

 

2.      Wie soll ausgeschlossen werden, dass dadurch negative Auswirkungen auf die Fauna entstehen?

 

3.      An welchen zeitlichen Rahmen ist bei der Illuminierung gedacht?

 

4.      Wird beim Beleuchtungskonzept berücksichtigt, dass die Gleichung „Viel Licht gleich Sicherheit“ zwar vordergründig schlüssig erscheint, aber die Qualität des Lichteinsatzes von weit größerer Bedeutung ist?

 

5.      In welcher Form wird vor Erstellung des Beleuchtungskonzepts den fachkundigen Vertretern von Natur- und Umweltschutz und qualifizierten Kriminologen Gelegenheit gegeben, wichtige Parameter für das Beleuchtungskonzept zu benennen?

 

 

Zur Anfrage nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

Das vom Rat der Stadt beschlossene „Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt“ benennt in der Maßnahmen- und Kostenplanung unter dem Punkt 1.6 das Projekt „Innenstadtbeleuchtung“. Der erste Schritt zur Erneuerung der Beleuchtung der Wege und Plätze in der Innenstadt ist die Aufstellung eines Beleuchtungskonzeptes durch ein qualifiziertes Fachplanungsbüro. Derzeit wird die Leistung von der Stadt Remscheid ausgeschrieben.

 

Das Ziel des Beleuchtungskonzeptes ist es, eine Grundlage für zukünftige Lichtplanungen zu sein. Es dient gleichzeitig der langfristigen, koordinierten und zielgerichteten Umsetzung einzelner Maßnahmen sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich. Durch das Konzept soll die Attraktivität der Innenstadt gefördert und ein qualitätsvoller Beitrag geleistet werden, um die drei wichtigsten Lichtarten (funktionales Licht, Architekturlicht und kommerzielles Licht) im öffentlichen Raum aufeinander abzustimmen.  Entsprechend dieser Zielvorgabe wird vom künftigen Auftragnehmer erwartet, dass er gemäß den vorgegebenen Rahmenbedingungen und den zur Orientierung in der Ausschreibung angeführten Themenfeldern seine Herangehensweise (Aufbau, Methodik, inhaltliche Struktur, Praktikabilität der Ergebnisumsetzung, den Beteiligungsprozess und den Ablauf) zur Erstellung des Konzeptes in seinem Angebot darstellt. Der anzubietende konzeptionelle Teil der Leistung soll sich an den folgenden Themenfelder orientieren:


 

       Innenstadtzugänge werden aus visueller Sicht untersucht, bewertet und Möglichkeiten zur Aufwertung aufgezeigt

       Erreichbarkeit des Innenstadtzentrums für den Fußverkehr verbessern

       Inszenierung und Beleuchtung städtebaulich prägender Gebäude und Sichtbarmachung des historischen Erbes

       Optimierung des Fußwegenetzes durch die Beleuchtung

       Erfassung von Nutzungsansprüchen an den Plätzen

       Abbau von Angsträumen und Barrieren durch Ausleuchten und Blickbeziehungen

       Ermittlung von Orten/Straßen im öffentlichen Raum mit Potenzial zur Steigerung der Aufenthaltsqualität

       Verbesserung der Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit durch Verbindung der Wege

       Ausleuchten von Grünanlagen unter Abwägung mit den ökologischen Belangen

       Pflege der Beleuchtungsanlagen und Folgekosten (Austausch der Leuchtmittel, insbesondere Wartungsintervalle, Lebensdauer der Leuchtmittel und LED-Module, Ersatzteilbeschaffung, Reparaturaufwand und Energieverbrauch). Es wird dafür plädiert, möglichst bekannte Hersteller und Fabrikate zur Anwendung zu bringen, um möglichst lange ein einheitliches bzw. dem Konzept entsprechenden Erscheinungsbild zu garantieren.

       Die Einhaltung der relevanten Normen und Vorschriften, insbesondere die Einhaltung der DIN EN 13201 der Straßenbeleuchtung sollen von Anfang an berücksichtigt werden.

 

Da die Konzepterstellung im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses Innenstadt eine interdisziplinäre Aufgabenstellung ist, wird die Zusammensetzung und Erfahrung des jeweiligen Teams in die Bewertung der Angebote einbezogen. 

 

In der Ausschreibung wird darauf verwiesen, dass die Stadt Remscheid plant, zwei Bürgerbeteiligungsveranstaltungen zur frühzeitigen Aktivierung und Einbindung der Bürgerinnen und Bürger unter Einbeziehung von Politik und spezifischen Akteuren/Multiplikatoren vor Ort durchzuführen.

 

 

Zu 1.:

 

Unter den verschiedenen Planungsgrundlagen, die bei der Bestandsaufnahme und Analyse der Innenstadt unter dem Aspekt der gegenwärtigen und zukünftigen Beleuchtung Berücksichtigung finden, ist die örtliche Topographie eine Größe unter zahlreichen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Beleuchtungskonzept gemäß Beschluss des Rates über das Revitalisierungskonzept die in der Anfrage angeführte Illuminierung markanter Gebäude nicht zum alleinigen oder primären Gegenstand haben soll. Architekturlicht soll ein Thema im Rahmen eines schlüssigen Konzeptes für die Beleuchtung der Innenstadt sein.

 

 

Zu 2. und 5.:

 

Ökologische Belange werden in der Ausschreibung als ein Themenfeld zur Orientierung genannt. Darüber hinaus erwartet die Verwaltung von einem interdisziplinären Auftragnehmerteam eine qualifizierte Aussage zu allen, auch den Aspekten Ökologie und Kriminologie. Eine vorab eingeholte, darüber hinausgehende fachgutachterliche Stellungnahme zu Einzelthemen entspräche insofern einer Doppelbeauftragung, die zusätzliche Kosten auslösen würde.


 

Zu 3.:

 

Das Beleuchtungskonzept soll eine langfristig wirkende, konzeptionelle Grundlage für die späteren Beleuchtungsmaßnahmen oder auch Lichtkonzepte für Teilräume der Innenstadt sein. Die in der Fragestellung genannte „Illuminierung“ („festliche Beleuchtung“ lt. Duden) entspricht allenfalls in Einzelfällen der Aufgabenstellung des Beleuchtungskonzeptes.

 

Zu 4.:

 

Die Zielsetzung, eine qualitative Verbesserung des Lichteinsatzes zu erreichen, beschreibt eine Kernaufgabe des Beleuchtungskonzeptes. Im Vorgriff auf die Konzepterstellung sollte jedoch für die gesamte Innenstadt pauschal der „Qualität des Lichteinsatzes“ kein absoluter Vorrang vor der Devise „Viel Licht gleich Sicherheit“ eingeräumt werden. Eine fachplanerische Aussage hierzu unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten, der Funktion und Gestalt des Ortes sowie der im Beteiligungsprozess formulierten Anforderungen der Öffentlichkeit bleibt dem Ergebnis des Beleuchtungskonzeptes vorbehalten.

 


Finanzielle Folgen und Auswirkungen

Voraussichtlicher Aufwand und voraussichtliche Auszahlungen im laufenden Jahr und in Folgejahren

keine

Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Ergebnis- und Finanzplan enthalten

entfällt

 


In Vertretung

 

 

 

Heinze

Beigeordneter

 

 

 

Mast-Weisz

Oberbürgermeister